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„Es muss kein ,Tal der Ahnungslosen‘ geben“

DSL-Anschluss „Es muss kein ,Tal der Ahnungslosen‘ geben“

In Kehna wohnen 80 Menschen. Für viele Anbieter lohnt es sich nicht, dort eine schnelle Internetverbindung anzubieten. Die Stadtwerke Marburg stellten nun einen Funkmast für kabelloses DSL auf.

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Bürgermeister Volker Muth (von links), Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne und Kehnas Ortsvorsteher Christian Fischer am neuen Funkmast oberhalb von Kehna.

Quelle: Patricia Kutsch

Kehna. Bürgermeister Volker Muth und Ortsvorsteher Christian Fischer freuen sich, dass die Stadtwerke investiert haben, obwohl nur ein kleiner Kundenkreis in Kehna zu erwarten ist. Bisher nutzen fünf Haushalte die kabellose Internetverbindung der Stadtwerke.

Fischer nimmt Bezug auf die Bundesregierung, die immer wieder den Ausbau des Internets für ländliche Gegenden fordert: „Gemeinsam mit den Stadtwerken hat die Gemeinde das nun schneller umgesetzt als die Regierung, um den kleinen Ort zukunftsfähig zu machen.“

Für Muth ist es im Hinblick auf die Hofgemeinschaft, die 40 Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze bietet, besonders wichtig, Kehna schnelles Internet zu bieten. Die neue Verbindung über Funk sei dabei zehn Mal so schnell wie die bisherigen Möglichkeiten in Kehna, um ins Netz zu kommen.

„Landauf, landab gibt jeder bekannt, wie wichtig Internet ist. Wir haben nun gezeigt, dass wir eine Mission umsetzen“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne. In den vergangenen fünf Jahren habe man mehr als zwei Drittel der Orte im Landkreis, die keine ausreichende Internetverbindung haben, an das Funknetz anbinden können. „Wir investieren damit dort, wo andere Anbieter keine Chance sehen, große Gewinne einzufahren.“ Mit dem einfachen Laternenmast, der nun über Kehna steht und für das Internet sorgt, habe man bewiesen, dass es in Deutschland kein „Tal der Ahnungslosen“ geben müsse. Das Prinzip ist einfach: jeder, der von seinem Haus aus den Mast sehen kann, der hat auch eine Funkverbindung. „Damit können auch die Menschen aus dem alten Ortskern von Niederwalgern dieses Angebot nutzen“, erklärt Muth.

Für die Stadtwerke kommt es laut Kühne nicht darauf an, in Kehna große Gewinne zu machen. „Wir rechnen bei den Masten von einer Halbwertszeit von einer Dekade. In dieser Zeit sollten die Ausgaben gedeckt werden.“

von Patricia Kutsch

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