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„Es ist die richtige Zeit, aufzuhören“

Ruhestand „Es ist die richtige Zeit, aufzuhören“

In Roth geht eine Ära zu Ende. Seit 37 Jahren ist Richard Wenz Ortsvorsteher des Weimarer Ortsteils, der zu Beginn seiner Amtszeit noch eigenständig war. Heute leitet er zum letzten Mal eine Sitzung des Ortsbeirats.

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Richard Wenz auf der Terrasse seines Wohnhauses auf dem Geiersberg in Roth. Der Ortsvorsteher gibt heute nach 37 Jahren sein Amt ab.

Quelle: Stefan Weisbrod

Roth. Unscheinbar als Punkt vier auf der Tagesordnung der Sitzung des Rother Ortsbeirats am Donnerstag versteckt sie sich, die „Wahl eines neuen Ortsvorstehers“. Erstmals in der Geschichte des Dorfes wird der Sieger einer solchen Wahl nicht Richard Wenz heißen. 37 Jahre lang bekleidete der 69-jährige SPD-Mann das höchste politische Amt des Ortsteils, nun wird sein Nachfolger gewählt. Wenz, der bis 2005 auch der Weimarer Gemeindevertretung angehörte, Vorsitzender des Gremiums war und verschiedene Positionen in der SPD-Fraktion besetzte, zieht sich komplett aus dem Ortsbeirat zurück. „Es ist die richtige Zeit zum Aufhören“, findet er. Bis 1972 war Wenz gar nicht politisch aktiv, dann aber Gründungsmitglied des SPD-Ortsvereins. Dort sei die Frage aufgekommen, wer aus der Partei als Ortsvorsteher in Frage käme – und er war der Favorit. „Ich bin in Roth geboren, es ist mein Heimatort und ich bin hier verwurzelt. Aber ich wusste ja nicht, ob die Rother mich als Ortsvorsteher haben wollen“, erinnert er sich. Er kandidierte und bei der Wahl im März 1972 errang seine Partei wie bei allen folgenden Wahlen mehr Stimmen als die CDU. Die SPD stellte drei, die Union zwei Ortsbeiratsmitglieder und Wenz wurde zum Ortsvorsteher gewählt. In sein Amt ging er mit einer „gewissen Unruhe“, sagt Wenz. „Einen Ortsvorsteher und einen Ortsbeirat hat es ja vorher nicht gegeben. Keiner von uns wusste, was auf uns zukommt.“

von Stefan Weisbrod

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