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Südkreis "Es brennt - ich bin alleine zu Hause"
Landkreis Südkreis "Es brennt - ich bin alleine zu Hause"
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17:54 25.03.2012
Mario Junk erklärt, warum Jörg Matzner als Atemschutzträger fast schon wie ein Alien aussieht. Quelle: Götz Schaub
Fronhausen

Gelernt ist gelernt. Jedes Kind in Fronhausen im Kindergartenalter weiß, wen es unter der Nummer 112 erreicht. Doch damit hat es erst die halbe Miete erreicht. Es kommt natürlich auch darauf an, dass das Kind weiß, was man seinem Telefongesprächspartner alles sagen muss, damit so schnell wie möglich Hilfe kommt.

Die Klassen der Grundschule Fronhausen besuchen dieser Tage die Freiwillige Feuerwehr an ihrem Stützpunkt in der Schulstraße. Dort informieren sie sich über die Fahrzeuge, die Ausrüstung, die verschiedenen Einsätze, und darüber, was sie selbst in einer Gefahrensituation machen können. "Niemand erwartet, dass ein Kind erste Hilfe leisten kann, aber es kann Hilfe holen", sagt Jürgen Sohn. Der Feuerwehrmann sitzt in der Umkleide der Einsatzabteilung und nimmt gerade Notrufe entgegen. Die Notrufe stammen von Schülern, die anhand von Fotos ganz real beschreiben müssen, in welcher Gefahr sie sich gerade befinden. "Es brennt, ich bin alleine zu Hause", sagt gerade eine Schülerin. Der Feuerwehrmann fragt, wo sie wohnt und wie sie heißt. Dann sagt er ihr, dass sie das Haus schnellstmöglich verlassen soll. Warum schnellstmöglich? Das erläutert Mario Junk an der Station, an der sich Jörg Matzner die Einsatzkleidung eines Atemschutzträgers anlegt. "Die meisten Brandopfer sterben durch den Brandrauch, der sehr gefährlich ist", sagt Junk. Natürlich müssen sich auch Einsatzkräfte davor schützen. Stück für Stück legt Jörg Matzner die Einsatzkleidung an. Wenn er atmet, klingt es irgendwie fremd, fast schon bedrohlich. "Ihr könnt euch denken, wenn sich ein Kind verängstigt in einem verrauchten Zimmer versteckt, könnte es auch Angst vor so einem Mann bekommen", sagt Junk. Jörg Matzner zeigt dann mittels einer gespielten Szene, für die er sich spontan eine der Schülerinnen aussucht, dass er das Kind, sobald er es gefunden hat, ruhig anspricht, keineswegs gehetzt oder gar zu laut. Er wirbt um Vertrauen, geht in die Hocke und erklärt dem Kind, dass er es retten möchte. Dann nimmt er eine Haube und bittet das Kind, diese aufzusetzen, damit es gegen den Rauch geschützt ist.

Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel, der unter anderem zeigt, wie schnell sich Rauch in einem Haus ausbreiten kann, und seine Kameraden haben sich für diesen plastischen Unterricht extra ein paar Tage arbeitsfrei genommen. Lehrerin Marie Wagner von der Grundschule Fronhausen weiß dies sehr zu schätzen. "Was die Kinder hier lernen, können wir im normalen Unterricht so nicht vermitteln."

Ein Kind weiß schon, was es zuerst zu Hause sagen wird: "Papi, Mami, wir brauchen einen Rauchmelder."

von Götz Schaub

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