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Südkreis Erste Fische sterben wegen niedrigen Wasserstands
Landkreis Südkreis Erste Fische sterben wegen niedrigen Wasserstands
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00:18 09.08.2018
Flüsse und Bäche, wie hier in Engelbach bei Biedenkopf, fallen derzeit vielerorts trocken. Quelle: Tobias Hirsch
Fronhausen

Mit jedem weiteren Tag ohne ergiebigen Regen wird die Lage verschärft. Kleinere Bäche sind schon ausgetrocknet, jetzt führen auch größere Bäche extremes Niedrigwasser, was Fischen schwer zu schaffen macht.

Im Nordkreis, im so genannten Cölber Ohm Delta, wo die Ohm in die Lahn mündet, fanden Teilnehmer einer Jugendfreizeit in einer Flachwasserzone drei tote Fische. „Dabei handelt es sich um einen 74 Zentimeter großen Aal, ein größerer Karpfen und eine etwa 28 Zentimeter große Forelle“, sagt Jürgen Schwarz, Vorsitzender des Fischereivereins Marburg und Umgebung. Er freut er sich, dass die Jugendlichen den Fund meldeten, es ihnen offensichtlich nicht gleichgültig war, was sie da gesehen hatten.

Schwarz ist aber auch alarmiert: „Jetzt scheint es auch hier kritisch zu werden. Wir sind zwar täglich in unseren über 40 Kilometer weiten Gewässerstrecken unterwegs und kontrollieren, aber natürlich können wir nicht überall zur gleichen Zeit sein. Bislang war auch alles im grünen Bereich und es waren keine gefährdeten, oder gar tote Tiere festzustellen.“

Der Wasserstand der Lahn (Pegel Marburg) betrug am Samstag 154 Zentimeter, der der Ohm (Pegel Hainmühle) 40 Zentimeter. „In den Staustufen scheint zumindest derzeit noch alles okay zu sein. Allerdings haben sich nun auch vor diesen Staustufen Flachwasserzonen gebildet, welche den dortigen, zumindest größeren Fischen, Schwierigkeiten bereiten oder gar der Sauerstoff ganz entzogen wird und diese somit ersticken“, so Schwarz.

Ein einfaches Herauskechern dieser Fische ist aufgrund der Gewässerbeschaffenheit nicht möglich. Es bliebe dann als letztes Mittel das Elektrofischen, was die Tiere, die ohnehin angegriffen sind, aber so stark belaste, dass sie sterben würden. „Noch mehr Sorgen machen uns eigentlich die Tiere in den stehenden Gewässern, wie zum Beispiel in den Goßfeldener Teichen. ­Gerade in diesen Gewässern ist kaum noch Sauerstoff für die ­Fische vorhanden. Dazu kommt ein vermehrter Wasserpflanzenbewuchs, welcher im Wachstum nochmals sauerstoffzehrend wirkt.“

Das Übrige „regelten“ dann noch Menschen, die sich gar nicht an diesen Teichen aufhalten dürfen, da es sich nicht um Badeseen, sondern um gepachtete Fischereigewässer des Fischereivereins handelt, sagt Schwarz. Er kündigt an, dagegen vorgehen zu wollen.

  • Der Fischereiverein betreut die Lahn zwischen Kernbach und Weimar, die Ohm ab Hainmühle und Wetschaft ab Göttingen. Wer in diesen bereichen Fische in Not oder schon tot findet meldet dies bitte dem Fischereiverein  unter Telefon 0 64 21 / 88 61 67 oder 0 64 23 / 54 11 69 (Jürgen Schwarz).
  •  In Fronhausen bittet die Gemeinde übrigens auch darum, kein Trinkwasser großflächig zu verschwenden. Auf das Bewässern von Rasenflächen, auf das Waschen von Autos und Vorhöfen, ja selbst auf das Be- und Nachfüllen von Schwimmbecken sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

von Götz Schaub