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Erdrutsch durchkreuzt Pläne für Baustart

Generationengarten Erdrutsch durchkreuzt Pläne für Baustart

Neuer Fußweg rutscht mehrere Meter ab: Bau-Pfusch in Dreihausen verzögert die Gestaltung des Generationengartens.

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Ein Bild des Jammers: Der gepflasterte Fußweg ist nicht zu retten.

Quelle: Ina Tannert

Dreihausen. Abgesperrter Gefahrenbereich statt Naherholungsgebiet - der neu gebaute, ehemals attraktive Fußweg im Dreihäuser Neubaugebiet bietet ein Bild des Jammers. Ein Erdrutsch hat einen Großteil des Weges zerstört, an der Bruchkante klaffen große Löcher und die Befestigung ist mitsamt Wegsteinen mehrere Meter abgerutscht.

Grund dafür ist offenbar die mangelhafte Planung beim Bau der Fußwege neben dem Neubaugebiet „Zwester-Ohm-Blick“. Diese wurden bereits Ende 2012 fertig gestellt. Doch der stark lehmhaltige Grund des Hanggeländes auf dem ehemaligen Tonabbaugebiet konnte das Gewicht der Steine nicht tragen. Durch Regen, Witterung und mangelnde Absicherung angegriffen, rutschte der Bau nach und nach ab. Um die Katastrophe noch zu verhindern, versuchte der private Investor anfangs den Weg mit Spundplatten zu stabilisieren. Als dies nichts half, wurde der Hang neben dem Weg mit Erde aufgeschüttet, um den Bereich abzustützen. Doch die Erde fand auf der glitschigen Tonschicht keinen Halt und verschlimmerte die Situation noch.

Die baulichen Hilfsmaßnahmen konnten das Gelände nicht retten, der ganze Bereich rutschte schließlich in Richtung Flusslauf weg. Das traurige Ergebnis verzögert nun die geplante Anlegung des Generationengartens, teilte Bürgermeister Andreas Schulz mit. Gegenüber des alten Schwimmbades soll direkt an der Zwester Ohm ein Naherholungsgebiet für Jung und Alt entstehen. Die Planungen hierfür begannen bereits Mitte des Jahres 2011. Nun wird sich der Bau durch den Erdrutsch erneut verzögern.

Der Bau des Gartens sollte eigentlich schon Anfang 2013 beginnen, nachdem Erschließung des Neubaugebiets sowie Fußwege abgeschlossen waren. Mittlerweile hätte er längst fertig sein können. Durch den massiven Hangrutsch besteht jedoch keine Chance, das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt zu realisieren.

„Die Gemeinde trifft dabei keine Schuld“, betonte Schulz, der sich bereits mit Vorwürfen verärgerter Bürger konfrontiert sieht. Die „unbedarften, blauäugigen Baumaßnahmen“ der Baufirmen müssten nun wett gemacht werden. Der verantwortliche private Investor bedauert den Vorfall und verspricht schnelles Handeln, so die Aussage von Schulz. Sobald der Boden fest genug ist, sollen die Arbeiten beginnen.

Bevor es mit dem Gartenbau los gehen kann, muss das Gelände geräumt, stabilisiert sowie rund 50 Meter neuer Gehweg gebaut werden. Der Unterbau soll dieses Mal stärker gesichert werden, mittlerweile wurde ein Bodengutachter eingeschaltet. Der Mehraufwand wird insgesamt vermutlich über 100000 Euro betragen.

Nun überlegt die Gemeinde, dem ortsansässigen Investor des frisch erschlossenen Neubaugebiets entgegen zu kommen und mit diesem über eventuelle Alternativen zu verhandeln. Eine Möglichkeit wären anstelle der geplanten Wege günstigere Trittstufen, die deutlich einfacher zu sichern wären.

„Wir müssen eine Lösung finden, mit der beide Seiten leben können um das Projekt zu erhalten“, so der Verwaltungschef. Der Generationengarten wird aber kommen, mit etwas Glück soll er in diesem Jahr fertig werden. Dreihausen muss nun abwarten, ist aber bereit, jederzeit anzufangen: „Wir stehen in den Startlöchern“, verspricht auch Ortsvorsteher Lothar Heidt. Im Frühling wird zudem der Bau weiterer Häuser im Neubaugebiet beginnen, ob der Weg bis dahin fertig ist oder nicht. Dies könnte das Projekt weiter verzögern.

von Ina Tannert

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