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Eltern fühlen sich über den Tisch gezogen

Roßberg Eltern fühlen sich über den Tisch gezogen

Eltern aus Roßberg, Wermertshausen, Mölln und Heskem lassen Dampf ab. Sie empfinden das Vorgehen des Gemeindevorstandes als unverschämt.

Roßberg. Damit eins gleich klar ist, die Eltern verschließen sich nicht einer Kostenbeteiligung am Kindergartenbus. Doch, so wie es gelaufen ist, könne es nicht gehen, sagen Elternteile aus Roßberg. Wermertshausen, Mölln und Heskem, bei einem nachmittäglichen Treffen. Kaum habe das Kindergartenjahr angefangen, überrasche die Gemeinde nicht mit einer Ankündigung, sondern bereits mit dem Vollzug der Einsparungsidee.

„Vergünstigte“ 140 Euro pro Nutzer werden für das gesamte Jahr verlangt, egal ob die Nutzer, also Kindergartenkinder, immer mit dem Bus fahren oder nur drei- oder viermal in der Woche oder nur morgens oder auch mittags. Wahlweise kann man auch Einzelfahrten abrechnen oder wöchentlich und monatlich bezahlen, allerdings werden tägliche und wöchentliche Nutzungen nachrangig behandelt und sind nur bei freien Mitfahrgelegenheiten möglich.
Die Eltern sind sauer. Sie haben ihre Planungen für das Kindergartenjahr mit dem Wissen getätigt, dass der Kindergartenbus nach wie vor eine kostenfreie Leistung der Gemeinde ist, um jenen Wohnorten, die keinen Kindergarten am Platz haben, bei der Werbung um Familien mit kleinen Kindern zu helfen. „Und jetzt gilt das alles nicht mehr“, sagt eine Mutter verärgert und ergänzt: „Das ist alles, nur nicht familienfreundlich.“

Auch wenn sich Bürgermeister Andreas Schulz darauf beruft, dass nicht er allein als Bürgermeister, sondern der gesamte Gemeindevorstand – und das mit Wissen der Fraktionsvorsitzenden – diesem Entgelt zugestimmt hat, vermissen sie die öffentliche Diskussion und Ankündigung. „Und das vor dem Hintergrund, dass erst vor einer Woche im Mitteilungsblatt der Gemeinde zu lesen war, dass die Gemeinde „auch in finanzschwachen Zeiten Schulden abbaut“, sagt eine Roßbergerin.

Wenn es der Gemeinde so schlecht gehe, hätten die Eltern auch noch ein paar Sofort-Sparvorschläge. So könne man beispielsweise auf die Geschenke der Gemeinde zur Geburt eines Kindes verzichten, die aus einem Lätzchen, einer Milchflasche und einer Urkunde bestehen. Und wenn das nur 5 Euro seien, so könne man auch gerne auf die geplante Anschaffung der mobilen Bühne verzichten, so einige der Eltern.

Schulz hält am schnellen Vorgehen fest. Als Mensch verstehe er die Reaktion der Eltern. „Belastungen kommen immer zu schnell und ungelegen“, sagt er gegenüber der OP. „Als Bürgermeister muss ich mich um die Finanzen und damit um einen ausgeglichenen Haushalt bemühen. Das ist meine Aufgabe, der ich verpflichtet bin, auch wenn es jetzt Bürger schmerzt.“ Von Fehlern beim Vorgehen will er nichts wissen.

von Götz Schaub

Mehr lesen Sie am Samstag in der Printausgabe der OP.

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Der Kindergartenbus in Ebsdorfergrund wird von den meisten der bisherigen Nutzern in der gewohnten Weise weiter genutzt werden – auch wenn sich die Eltern jetzt an den Kosten beteiligen müssen.

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