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Südkreis Eisengewinnung ist ein Knochenjob
Landkreis Südkreis Eisengewinnung ist ein Knochenjob
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16:57 02.09.2013
Zur Anfeuerung der Lehmöfen bediente man sich eines großen Blasebalgs, während andere ganz einfach ihr Stockbrot über dem offenen Feuer zugbereiteten. Unten: Färberei an der Parallna.Fotos: Schmidt
Argenstein

„Endlich kein Regen“: Das war der Satz, der am Wochenende auf der Zeiteninsel wohl am häufigsten fiel. Zumindest bei den Besuchern, die schon während des Museumssonntags des Landkreises im Juni nach Argenstein gekommen waren.

Am Wochenende sah es ganz anders aus: Zahlreiche Besucher kamen, um sich anzuschauen, was auf dem Gelände zum Thema „Feuer und Flamme“ angeboten wurde. So beispielsweise an den beiden Rennöfen zur Eisenherstellung. Aus Lehm hatten die Helfer die Öfen hergestellt. „Dann wurden sie angefeuert, aber der erste Ofen war eigentlich für zwei Blasebälge ausgelegt“, erläutert Michael Döbel den Versuch.

Dadurch wurde das eingefüllte Eisenerz nur direkt an der Luftöffnung des Blasebalgs heiß genug, um das Eisen aus dem Erz heraus zu schmelzen. „Der zweite Ofen ist wesentlich schlanker gehalten, entwickelt einen richtigen Kamin-Effekt“, so Döbel. Dort werde man wohl größeren Erfolg haben.

Denn Ofen eins lieferte aus fünf Kilo Erz gerade einmal einen winzigen Klumpen Metall. „Aber wir machen das Beste draus: Jetzt nehmen wir den ersten Ofen einfach zum Grillen“, lacht Döbel.

Astrid und Guido Textor sowie Heike Amthor färbten indes Kleidung - mit Färberkamille, Brennessel, Rainfarn oder Holunder. „Die Töne von Stoffen oder Wolle können variieren“, sagt Astrid Textor, „je nach Wasser oder dem Erntezeit der Pflanzen.“

Dennoch waren die Ergebnisse sehr farbintensiv: Grün, gelb, blau und rot leuchteten die Stoffe. „Holunder ergibt ein zartes Violett, das mit der Zeit grau werden wird“, weiß Astrid Textor. Mit Essig und Salz versuche man, die Farbe haltbarer zu machen. Die Stoffe sollen, ebenso wie die Wolle, für Kleidung auf der Zeiteninsel verwendet werden.

Umlagert war auch die Station von Andreas Thiedmann vom Förderverein der Zeiteninsel: Er räucherte und garte nach einem finnischen Rezept Lachs am offenen Feuer. Dazu hatte er die Lachssaite mit Holznägeln auf einem Holzscheit befestigt und diesen dann etwa 30 Zentimeter vom Feuer entfernt aufgestellt. „Der Lachs ist gesalzen und mit einer Beize aus Öl, Wachholder, Dill und Pfeffer behandelt“, erläutert er, während er die Temperatur zwischen Feuer und Fisch prüft - mit der Handfläche. „Ich bin gespannt, ob es klappt. Denn experimentelle Archäologie ist auch immer Trial and Error“, sagt er. Geklappt hat es - die Besucher ließen sich den fertigen Fisch gegen eine Spende munden.

Während die Kinder am offenen Feuer Stockbrot zubereiteten, wurde die selbst gebrannte Tonkeramik frei gelegt. Die ganze Nacht über hatten die Töpfe im Feuer gelegen, abgedeckt mit Sand und Grassoden.

Vorsichtig schoben die „Zeiten­insulaner“ Gras und Holzkohle beiseite, um die fragilen Gefäße nicht zu beschädigen. Danach wurde die Glut entfernt, um die Töpferware langsam abkühlen zu lassen - denn zu schnell bedeutet Rissbildung.

Meike Schuler vom Förderverein zog am Sonntagmittag ein durchweg positives Resümee: „Die Aktionen waren sehr gut besucht, alle Experimente konnten stattfinden und die Besucher zeigten viel Interesse“, freute sie sich.

Es hätten sich daraus viele interessante Gespräche entwickelt, „besser kann es kaum laufen.“

von Andreas Schmidt

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