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Südkreis Eine Schnapsidee, die sehr böse hätte enden können
Landkreis Südkreis Eine Schnapsidee, die sehr böse hätte enden können
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21:08 11.12.2011
„Da haben Sie ganz schön abgeräumt“, betonte Boesken bei Inaugenscheinnahme der Lichtbilder. An dem Schaden habe der Mann noch lange zu knabbern. Alleine die Leitplanke koste 1.500 Euro. Der Totalschaden am elterlichen Auto schlage noch einmal mit etwa 20.000 Euro zu Buche. Quelle: Pixelio

Marburg. In den frühen Morgenstunden des 21. Augusts 2011 kam bei Beltershausen ein Auto von der Fahrbahn ab, durchbrach eine Leitplanke und blieb auf dem Dach liegen.

Am Steuer saß ein 18-Jähriger ohne Führerschein und unter Alkoholeinfluss, der zu allem Überfluss auch noch Fahrerflucht beging.

Vor dem Marburger Amtsgericht wurde er nun zu einer Geldzahlung von 500 Euro zugunsten der Jugendkonflikthilfe verurteilt. Außerdem muss der junge Mann ein Verkehrsseminar besuchen und sich in einem Gespräch bei einer Beratungsstelle über verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol informieren.

Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht, dass er noch nicht polizeilich aufgefallen ist, und seine offensichtliche Reue. „Nachdenklich und offensichtlich sehr belastet“ zeigte sich der Auszubildende, wie es der Vertreter der Jugendgerichtshilfe ausdrückte. „Gucken Sie nicht so bedröppelt, es reißt Ihnen hier keiner den Kopf ab“, hatte Richter Boesken den 18-Jährigen, der in Begleitung seiner Eltern gekommen war, bereits zu Verhandlungsbeginn beruhigt.

Gleichwohl machte er deutlich, dass die Fahrt weit größere Folgen hätte haben können. „Da hätten Sie tot sein können, und Ihr Kumpel auch“. Noch schwerer wiege aber die potenzielle Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer.

Der Angeklagte zeigte sich voll umfänglich geständig. Am Abend zuvor seien seine Eltern nicht zuhause gewesen, berichtete er. „Ich bin dann auf die kühne Idee gekommen, Auto zu fahren.“ Und zwar habe er mit dem Wagen der Mutter zwei Freunde aus einem anderen Ortsteil abgeholt und mit ihnen einen Spieleabend verbracht. Später habe man dann auch Spirituosen konsumiert.

von Heiko Krause

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.