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Ein humorvoller Hirte nimmt Abschied

Eine Ära endet Ein humorvoller Hirte nimmt Abschied

22 seiner 34 Dienstjahre war Eberhard Wisseler Pfarrer der evangelischen Kirche in Beltershausen. Der Abschiedsgottesdienst war von vielen guten Wünschen, aber auch großer Wehmut begleitet.

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Eberhard Wisseler bei seinem Abschiedsgottesdienst am Sonntag in der Bartholomäuskirche in Beltershausen.

Quelle: Martina Becker

Beltershausen. Mehr als zweihundert Bürgerinnen und Bürger zollten am Ende der Abschiedsfeier ihrem Pfarrer mit stehenden Ovationen ihre Anerkennung und Dankbarkeit. Dem vorausgegangen war ein bewegender Abschiedsgottesdienst in der Bartholomäuskirche sowie ein gemeinsames Kaffeetrinken mit Grußworten.

Burkhard zur Nieden, Dekan des evangelischen Kirchenkreises Marburg, hatte die Aufgabe, Wisseler im Auftrag von Bischof Martin Hein zum 1. August offiziell in den Ruhestand zu versetzen. Er erinnerte im Gottesdienst daran, dass jeder Einzelne aus seinem Leben von der Begleitung durch Eberhard Wisseler erzählen könne. „Pfarrer Wisseler begegnet den Menschen menschlich und nicht fremd und abgehoben. Er steht für eine menschliche Verbreitung von Gottes Wort“, betonte der Dekan.

Anrührend gewählte Liedbeiträge der Kindergottesdienstkinder, des Gesangvereins Germania Beltershausen sowie des Gospelchors Syncopia rahmten den Abschiedsgottesdienst ein, daneben gab es Flötenspiel, Fürbittengebet, Segenswünsche und Orgelklang.

Die Predigt des ausscheidenden Pfarrers widmete sich Johannes dem Täufer, dessen Gedenktag am Sonntag war. Stets auf der Suche nach dem Herrn zu bleiben, empfahl Wisseler. „Suchet ihn immer wieder neu und immer wieder anders - im Abschied, im Neubeginn, in der Freude und im Leid“, so der Pfarrer in der „letzten“ Predigt. Ein Kaffeetrinken im Bürgerhaus gab den Bürgern dann noch mal Gelegenheit, sich persönlich von ihrem Pfarrer zu verabschieden oder Grußworte an ihn zu richten. Ein liebevolles Resümee der gemeinsamen Zeit in Beltershausen gab Kirchenvorstandsmitglied Gisela Block. Mit seiner menschlichen und freundlichen Art habe Wisseler die Menschen erreicht und Gottes Wort glaubhaft vermittelt, dafür dankte sie im Namen der Gemeinde ihrem Pfarrer.

Von Anfang an zum Dorf gehört hatte er durch sein aktives Mitwirken bei der Feuerwehr und im Gesangverein. Lob und Dankbarkeit gab es für die stets besonderen Gottesdienste, das Einführen der Kinderbibeltage und überhaupt für alles was Wisseler geleistet hatte. „Es war so viel, alles kann nicht aufgezählt werden, und jedem fällt etwas anderes ein, um dir zu danken“, sagte Block. Auch die kleine Schwäche blieb nicht unerwähnt: „Unser Pfarrer hat ein großes Problem mit dem Zeitmanagement.“ Er sei kein Mann der ersten Stunde, sondern eher der letzten Sekunde“, so Block augenzwinkernd.

Charakteristisch für Wisseler ist auf jeden Fall sein Humor. „Gott bewahre Ihren trockenen Humor“, wünschte zur Nieden. Die humorvolle Seite, die er so gut habe weitergeben können, war auch für Block unvergesslich. „Ich werde deinen Humor vermissen“, sagte auch Dreihausens Pfarrerin Angelika Kaese, die stellvertretend für die Kollegen sprach. Gelassenheit, Verlässlichkeit und Geselligkeit attestierte sie ihm.

Nicht nur Pfarrer,sondern auch ein Freund

Elisabeth Newton, Erste Beigeordnete der Gemeinde Ebsdorfergrund drückte stellvertretend für Bürgermeister Andreas Schulz ihre Wertschätzung aus, lobte die einvernehmliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde und gab die besten Wünsche mit in die neue Lebensphase. Ihr gleich taten dies noch einige weitere Gastredner.

In Beltershausen war Wisseler nicht nur Pfarrer, sondern auch Freund. Etwas, auf das Eberhard Wisseler und seine Frau Rosel bauen könnten, auch wenn sie in Zukunft in Dreihausen wohnen werden.

„Du hast tiefe Spuren hinterlassen. Komm wieder auf ein Glas Bier oder eine Reval mit dem Ortsvorsteher im Sinnesgarten“, lud Block ein.

von Martina Becker

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