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Ein Ort für viele neue Forschungsideen

Schloss Rauischholzhausen Ein Ort für viele neue Forschungsideen

Quo vadis Schloss Rauischholzhausen? Zunächst soll es umfassend saniert werden. Und dann? Privat bewirtschaftet werden - aber auch als Tagungsstätte für gleich drei mittelhessische Hochschulen dienen.

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Dr. Thomas Schäfer (von links), Professor Joybrato Mukherjee, Professor Matthias Willems, Dr. Stefan Heck und Boris Rhein unterhalten sich nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Quelle: Tobias Hirsch

Rauischholzhausen. „Wenn gleich zwei Minister zu einem Termin kommen, haben sie entweder sonst nichts zu tun oder es passiert etwas Bedeutendes“, sagt Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der am Montag zusammen mit dem hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein Schloss Rauischholzhausen besuchte.

Nun, Langeweile hatten sie nicht, also musste es sich doch um etwas Bedeutendes handeln. Sie kamen zusammen nach Rauischholzhausen, um ihre Unterschriften zu leisten - für eine Absichtserklärung mit weitreichenden Auswirkungen für die hiesige Region.

So sagte dann auch Dr. Schäfer: „Mit der Absichtserklärung wollen wir eine wirtschaftliche und nachhaltige Weiterentwicklung des historischen Gebäudeensembles initiieren. Die Landesregierung wird ihren Beitrag zum langfristigen Erhalt und zur Nutzung des Kulturdenkmals Schloss Rauischholzhausen leisten.“

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein ging dann ins Detail: „Die Unterzeichnung der Absichtserklärung ist ein wichtiges Signal für die Region: Schloss Rauischholzhausen wird aufgewertet und kann somit als moderne Tagungsstätte auch größere Wissenschaftstagungen beherbergen. Hierdurch werden Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben, aber auch neue geschaffen.“

Schloss als Ort für gemeinsame Veranstaltungen

Und dann kam er auf eine ­Besonderheit zu sprechen: „Zudem wird Schloss Rauischholzhausen als Treffpunkt des Forschungscampus Mittelhessen etabliert.“ Er zeigte sich überzeugt: „Mit diesem forschungsweisenden und anspruchsvollen Projekt werden die drei Hochschulen Justus-Liebig-Universität, Technische Hochschule­ Mittelhessen und Philipps-Universität Marburg den Lehr- und Forschungsstandort Mittelhessen und seine Innovationskraft stärken. Somit verbessern wir auch die Wettbewerbsbedingungen der mittelhessischen Hochschulen bei der Bewerbung für Nachfolgeformate der Exzellenz­initiative.“

Die Worte dürften in den Ohren von Professor Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, wie Musik geklungen haben. Ist es doch ihm ein wichtiges Anliegen, „das identitätsstiftende Kleinod Schloss Rauischholzhausen zu erhalten und weiterhin auch als Tagungsstätte nutzen zu können. Nach einer Sanierung sehr gerne zusammen mit der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Mit ,zusammen‘ meint er auch zusammen, nicht jede Hochschule nur für sich. In Schloss Rauischholzhausen sollen gemeinsame Veranstaltungen im Rahmen des Forschungs­campus Mittelhessen stattfinden und somit der Ort sein, an dem viele neue und gute Ideen entstehen. Darauf freut sich auch schon Professor Matthias­ Willems, Präsident der technischen Hochschule Mittelhessen: Der historische Tagungsort wird durch die gemeinsame Nutzung auch zu einem Symbol für die enge Kooperation zwischen den beiden Universitäten und der THM.“

Ein Partner wird noch gesucht

Die Absichtserklärung sieht nach der Analyse des derzeitigen Bauzustands und der damit verbundenen Feststellung des Sanierungsbedarfs nicht nur die Sanierung des Schlossgebäudes vor. Auch die Häuser 3, 4 und 8 auf dem Gelände sowie die Sicherung der Alten Mühle sind im Paket enthalten. Darüber hinaus die Sanierung der Wege, die Erneuerung der technischen Infrastruktur und mögliche ­Neu- oder Erweiterungsbauten im Bereich des Schlossparks. Das Kostenvolumen wird zunächst einmal auf 24 Millionen Euro geschätzt. Optimistisch zeigte sich Schäfer auch bei der Umsetzungszeit. „Ich gehe davon aus, dass wir in vier Jahren eine schöne Einweihungsfeier erleben werden.“

Es gibt da aber noch eine ­Unbekannte: Gesucht wird ein Partner, der die Sanierungsarbeiten übernehmen will und am besten auch gleich die anschließende Bewirtschaftung der Gebäude und der Parkan­lagen übernimmt.

„Mit unserer gemeinsamen Vereinbarung bringen wir das Schloss Rauischholzhausen auf Zukunftskurs. Ich bin zuversichtlich, dass wir möglichst bald mit der Ausschreibung ­beginnen können und einen ­erfahrenen Partner für das Projekt ­gewinnen werden“, so der ­Finanzminister.

Marburgs Uni-Präsidentin, Professorin Katharina Krause, die nicht bei der Unterzeichnung dabei sein konnte, sagt dazu: „Wenn es gelingt, das Schloss zu sanieren und zu einer modernen Tagungsstätte auszubauen, ist das ein Gewinn für die mittelhessischen Hochschulen. Schon jetzt sind Marburger Wissenschaftler gerne mit ihren Tagungen in Rauischholzhausen.“

von Götz Schaub

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