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Ein Koffer voller Liebesbriefe ebnete den Weg zur Ehe

Diamantene Hochzeit Ein Koffer voller Liebesbriefe ebnete den Weg zur Ehe

An ihrem 60. Hochzeitstag bekräftigten Traude und Heinrich Noll erneut ihre Ehe. Zur diamantenen Hochzeit tauschte das Paar aus Niederwalgern noch einmal die Eheringe.

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Zur diamantenen Hochzeit steckten sich Traude und Heinrich Noll noch einmal neue Eheringe an.

Quelle: Becker

Roth. Kennengelernt hatte sich die beiden während des Krieges. Das brachte mit sich, dass bis zur Eheschließung einige Hürden überwunden werden mussten. „Als Soldat war ich mit einem Freund im thüringischen Mühlhausen unterwegs. Dort sind wir uns dann begegnet“, erzählte Heinrich Noll. Dieser Beginn einer großen Liebe sei im Mai 1944 gewesen, wusste der 84-jährige noch genau. Auch die Jahre der Gefangenschaft von März 1945 bis August 1948 habe an den Gefühlen füreinander nichts geändert. Viele „sehnsuchtsvolle Briefe“ wurden in dieser Zeit geschrieben. Nach der Gefangenschaft war es die Grenze, die eine weitere Hürde für das Paar darstellte. „Meine Frau ist dann in einer Gruppe nach Westdeutschland geflohen, und in Hannover habe ich sie abgeholt“, erzählte Noll.

Aber im Notaufnahmelager in Gießen wollte man keine Aufenthaltsgenehmigung erteilen, erinnerte sich das Paar. Deshalb kam den Liebesbriefen erneut eine wichtige Bedeutung zu. Auch wenn die junge Frau aus Thüringen nicht viel mitnehmen konnte, hatte sie die Briefe, die Heinrich Noll in den zurückliegenden Jahren geschrieben hatte, nicht zurückgelassen. Ein Koffer voll mit Briefen überzeugte die Beamten, die dann die Aufenthaltsgenehmigung erteilten, womit der Weg zur Heirat frei wurde. Bis zur Hochzeit am 5. November 1949 lebte das Paar in Weidenhausen, im Heimatort von Heinrich Noll. „Ich musste in dieser Zeit vier Häuser weiter, bei meinem Onkel übernachten“, erinnert er sich.

von Martina Becker

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