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Südkreis Ebsdorfergrund kauft sich in das Stromnetz ein
Landkreis Südkreis Ebsdorfergrund kauft sich in das Stromnetz ein
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22:44 24.02.2011
Sie werden künftig die Geschicke der Grundnetz GmbH bestimmen: Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne (links) und Norbert Schüren (rechts) sowie Bürgermeister Andreas Schulz (2. von links) und Ulrich Ley von der Gemeinde Ebsdorfergrund. Quelle: Michael Agricola

Dreihausen. Der Vorschlag, den die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am kommenden Montag (20 Uhr, Bürgerzentrum Dreihausen) beschließen soll, sieht ein etwas anderes Modell vor als es die sechs anderen Gemeinden im Kreis gewählt haben, die sich bislang schon für den Partnerwechsel von Eon Mitte zu den Stadtwerken Marburg entschieden haben.

Während diese in eine gemeinsame Netzbetreibergesellschaft, die „Energie Marburg-Biedenkopf“ eintreten wollen und somit auch direkt an den Erlösen des Stromnetzgeschäftes beteiligt werden können, gründet die Gemeinde Ebsdorfergrund den Plänen nach zunächst eine gemeinsame Netz- eigentumsgesellschaft mit den Stadtwerken: die „Grundnetz GmbH“.

Diese Gesellschaft verpachtet das Netz an den künftigen Stromnetzbetreiber Stadtwerke und erhält dafür einen Pachtzins, der nach Angaben von Bürgermeister Andreas Schulz der Gemeinde eine Rendite zwischen fünf und acht Prozent jährlich einbringt. Die beiden Gesellschafter erwerben das Netz jeweils zur Hälfte. zu einem noch zu bestimmenden Preis vom bisherigen Betreiber Eon Mitte. Der Konzessionsvertrag geht für 20 Jahre an die Stadtwerke Marburg.

Ein ähnliches Netzeigentumsmodell wird in Neustadt und Stadtallendorf verfolgt, dort steht der netzbetreibende Partner aber noch nicht fest.
Für die Gemeinde bedeutet das nun folgendes: sie kauft aus den in Ebsdorfergrund vorhandenen Rücklagen einen Teil des Netzes und legt dies zusammen mit dem anderen Teil, den die Stadtwerke erwerben, in die Grundnetz GmbH ein.

Aus steuerlichen Gründen übernimmt die Gemeinde 49 Prozent der Anteile, jedoch hat sich die Kommune umfangreiche Rechte einräumen lassen, die den Nachteil einer Minderheitsbeteiligung ausgleichen. Dazu gehört unter anderem eine gesellschaftsrechtliche Gleichstellung der Partner und ein Vorkaufsrecht für das Teilnetz, falls die Stadtwerke verkauft werden würden.

Bürgermeister Schulz betonte, dass die Stadtwerke der einzige der drei Bewerber gewesen sei, „der diesen Weg mit uns so gehen wollte“. Eon und die Oberhessische Versorgungsgesellschaft (OVAG) seien dazu nicht bereit gewesen. Insofern werde die Entscheidung, die in gemeinsamen Sitzungen von Gemeindevorstand und Haupt- und Finanzausschuss vorbereitet wurde, auch über die Parteigrenzen hinweg mitgetragen.

von Michael Agricola

Mehr lesen Sie am Freitag in der Printausgabe der OP.

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