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Dunkelheit lässt Diskussion verstummen

Sitzungsende durch Stromausfall Dunkelheit lässt Diskussion verstummen

Es gibt nicht viele Zwischenfälle, die ganze Sitzungen sprengen können, doch ein Stromausfall, und das nicht nur im Bürgerhaus, sondern im ganzen Ort, kann es. Am Donnerstagabend ging ab 20.45 Uhr nichts mehr in Sichertshausen

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Ein Blick über einen Teil des Hassenhäuser Friedhofs. Am Donnerstag beschäftigten sich die Mitglieder zweier Ausschüsse mit der Friedhofsgebührenordnung der Gemeinde.

Quelle: Götz Schaub

Sichertshausen. Gerade wollte Ernst Breitstadt, Ortsvorsteher von Hassenhausen, im Bürgerhaus Sichertshausen den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses eine Stellungnahme verlesen, als plötzlich alle im Dunklen saßen. Und dabei sollte es auch noch 30 Minuten später bleiben, so dass Lothar Nau sich als Vorsitzender genötigt sah, die Sitzung auf nächsten Montag, 9. Dezember, 19.30 Uhr, dann wieder im Bürgerhaus Fronhausen, zu vertagen.

Immerhin sind das die Momente, in den man ganz nebensächliche Dinge zur Kenntnis nehmen kann. Etwa, dass doch ein nicht geringer Anteil an Menschen eine Taschenlampe mit sich führt – eben für den Fall der Fälle. Andere testeten das Licht ihrer Handys, aber insgesamt reichten die kleinen Lichtquellen nicht für eine ordentliche Fortführung der Sitzung.

Bis zum Stromausfall hatten die Ausschuss-Mitglieder konzentriert gearbeitet und die beiden ersten Tagesordnungspunkte zusammen mit dem Bau- und Planungsausschuss schon abgearbeitet. Dabei ging es um die Friedhofsordnung und die Friedhofsgebührenordnung. Die Friedhofsordnung wurde von beiden Ausschüssen einstimmig angenommen. Sie enthält im Wesentlichen zwei Neuerungen, nämlich zwei neue Arten der Bestattung. Zum einen die Rasenurnengrabwahlstätte und zum anderen die Rasenurnenreihengrabstätte. Beide Formen stehen ab Mai 2014 zur Verfügung. Die Grabstätten haben jeweils Maße von 70 mal 70 Zentimeter und werden in einem Abstand von 30 Zentimetern angelegt.

Mehr Diskussion kam wegen der neuen Gebühren auf. Aufgrund der eingegangenen Verpflichtung im Haushaltssicherungskonzept, das Defizit im Gebührenhaushalt deutlich zu verringern, wurden entsprechende Gebührenanpassungen vorgenommen. Dabei war es Bürgermeister Reinhold Weber wichtig, dass aus Gründen der Gleichbehandlung das Äquivalenzprinzip zur Anwendung gekommen sei. Das bedeutet dass ein Doppelgrab nun auch das doppelte von einem Einzelgrab kostet.

„Ein Einzelgrab kostet 1500 Euro, ein Doppelgrab 1800 Euro. Da stimmt doch die Verhältnismäßigkeit nicht“, so der Bürgermeister. Man müsse sich schon an den realen Zahlen orientieren, wenn man den Gebührenhaushalt auch gerechter gestalten wolle. Das wiederum bedeutet einen enormen Preisanstieg von 1850 Euro auf gut 3500 Euro beim Doppelgrab. „Das sind Sprünge, die wir niemanden erklären können“, sagte Klaus Bork (SPD). Steffen Weber von den Bürgern für Fronhausen (BfF) hatte für Borks Einwand Verständnis, doch erinnert er daran, dass die „Verpflichtung“ aus dem Haushaltssicherungskonzept gelte und man deshalb keine andere Wahl habe.

Lothar Nau, der an diesem Abend die Sitzung für Claudia Schnabel leitete, sah das anders: „Wir haben im Haushaltssicherungskonzept eine Zielsetzung eingetragen, keine Verpflichtung. Martin Wenz von der Initiative Fronhausen brachte die Möglichkeit ins Spiel, die Gebühren über drei gleiche Erhöhungen über drei Jahre anzupassen. Das fand auch Kathrin Wenner von der CDU gut. „So zeigen wir an, dass es teurer wird, aber eben nicht auf einem Schlag.“

Für die Mehrheit der beiden Ausschüsse war dies ein gangbarer Weg. Lediglich die Vertreter der BfF und in einem Fall ein SPD-Mann stimmten dagegen. Bürgermeister Reinhold Weber erinnerte daran, dass auch die finale Erhöhung in 2016 erst einen Deckungsgrad von 77 Prozent erreiche. Vorsichtig setzte er hinzu: „Eine 90-prozentige Deckung muss letztendlich unser Ziel sein.“

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von Götz Schaub

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