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Dorfgemeinschaftshaus in Bürgerhand

Schlüsselübergabe Dorfgemeinschaftshaus in Bürgerhand

Es ist laut Bürgermeister Reinhold Weber „ein historischer Schritt“: Die Trägerschaft des Dorfgemeinschaftshauses Sichertshausen wurde am Freitag an den Förderverein „Unser Dorf Sichertshausen“ übergeben.

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Schlüsselübergabe: (von links) Bürgermeister Reinhold Weber, Ortsvorsteher Reinhard Lauer, Fördervereinsvorsitzender Günter Majewski und der Erste Beigeordnete Lothar Mücke.

Quelle: Andreas Schmidt

Sichertshausen. Von 2011 bis 2013 hat die Sichertshäuser Bürgerschaft mit jeder Menge ehrenamtlichem Engagement das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) umgebaut, erweitert und energetisch saniert. Ende Mai wurde es dann offiziell wieder eröffnet. Seither liefen Verhandlungen zwischen Gemeinde und Förderverein, um einen Vertrag für die Trägerschaft zu entwickeln.

Nun ist es geschafft: „Diese Vertragsunterzeichnung ist ein wichtiger Schritt, denn es ist das erste Mal in unserer Gemeinde, dass wir mit diesem Modell einen solchen Weg gehen“, sagte Bürgermeister Weber in seiner Ansprache. In der Präambel des Vertrags heiße es, dass der Förderverein das DGH zur Förderung „des kulturellen, gesellschaftlichen und kommunalen Lebens“ in Sichertshausen betreibt. „Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe - vor allem, wenn man allen Wünschen gerecht werden will“, sagte Weber. Er sei aber überzeugt, „dass das hier machbar ist, das hat die Vergangenheit gezeigt“.

Weber betonte, dass die Vertragsverhandlungen „fair und auf Augenhöhe“ erfolgt seien. Man habe die Grenzen des Machbaren „in konstruktiven und zielorientierten Gesprächen“ ausgelotet. „Ich hoffe, dass dieses Leuchtturmprojekt auch Auswirkungen auf die anderen Ortsteile haben wird“, so der Bürgermeister.

Durch den Trägerschaftswechsel sollen zukünftig Einsparungen in Höhe von rund 4000 Euro pro Jahr erzielt werden, die den angespannten Gemeindehaushalt entlasten.

Ortsvorsteher Reinhard Lauer, für den das DGH „eine der ansehnlichsten und wertvollsten Immobilien“ in der Gemeinde ist, erinnerte daran, dass bei der Eröffnung im Mai die Trägerschaft noch in weiter Ferne schien. Zu sehr seien damals die restlichen Arbeiten im Fokus gewesen. „Aber es war uns klar: Der Tag wird kommen“, betonte Lauer.

Seit Mai habe man an den Außenanlagen weiter gearbeitet und die Inneneinrichtung komplettiert. „Und hinter dem Haus haben wir noch etwas Arbeit aufgehoben - um eventuelle Entzugserscheinungen bei dem Bau-Team zu vermeiden“, scherzte er. Und auch für die Trägerschaft sei man nun gut aufgestellt. Denn: Für die anfallenden Aufgaben habe Sichertshausen verschiedene Teams mit zahlreichen engagierten Bürgern gebildet, die in die Struktur der Trägerschaft eingebunden würden. „Wir haben noch viel vor“, so Lauer, der sich auch der großen Verantwortung des Trägervereins bewusst ist.

Günter Majewski, Vorsitzender des Fördervereins, betonte, dass man „auf den heutigen Tag konsequent hingearbeitet“ habe. „In unserem Förderverein sind sieben Dorfvereine und 38 Bürger organisiert - wir sind also ein Abbild der Dorfgemeinschaft“, sagte er. Die Trägerschaft sei während der vergangenen Jahre immer ein Thema gewesen, „die unsere Arbeiten im und am DGH begleitet und uns auch motiviert hat, die lange Zeit der Arbeit durchzuhalten“, betonte Majewski.

Im Vorfeld habe man Rat gesucht - und gefunden: Einerseits in Mardorf, wo die Backhausgemeinschaft das „Gemeenshaus“ schon seit einigen Jahren betreibt, und auch in Erfurtshausen, wo die Aktivgemeinschaft Träger des DGH ist. „Ich bin sicher, dass wir einen guten Start haben werden, denn das Engagement ist riesengroß“, so Majewski.

Es gebe schon viele Ideen, die nun abgestimmt würden - etwa die Einrichtung eines kleinen Wochenmarkts oder die Bewirtung von Radfahrern am Wochenende. „Das wird sich alles entwickeln“, ist sich Majewski sicher.

Dann kam der historische Moment der Unterzeichnung - und eine Schlüsselübergabe. Dabei kam der Schlüssel aus dem Jahr 1971 zum Einsatz, mit dem das DGH damals eröffnet wurde. „Auf der Rückseite muss noch die neue Jahreszahl eingeschnitzt werden, aber das kann unser Werner Naumann mit links“, freute sich Ortsvorsteher Lauer.

Und die Trägerschaft wurde auch gleich durch einige Spenden „versüßt“: Sowohl die Sichertshäuser Waldinteressenten als auch die Raiffeisenbank Ebsdorfergrund überreichten Schecks in Höhe von jeweils 1000 Euro.

von Andreas Schmidt

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