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Südkreis Geschichte und „Geschichterchen“
Landkreis Südkreis Geschichte und „Geschichterchen“
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09:00 16.03.2018
Bürgermeister Andreas Schulz (Zweiter von links), Ortsvorsteher Konrad Bier (Dritter von links) und die Leiterin des Buch-Projektes Ute Gerhardt (Fünfte von rechts) freuen sich, dass die Chronik Leidenhofens zum Festakt fertig geworden ist. Quelle: Dominic Heitz
Leidenhofen

Gut neun Jahre lang hat das Team um Ute Gerhardt an dem Buch gearbeitet. Das Ergebnis darf sie stolz machen: Auf 691 Seiten werden Geschichten aus und über Leidenhofen mit vielen Bildern erzählt.  Eigentlich sei es ja keine waschechte Chronik, sagt Gerhardt. Das Buch gibt keine chronologische Folge von Namen und Ereignissen wieder. Vielmehr hat das Redaktionsteam die Dorfgeschichte anhand verschiedener Themen strukturiert. So widmen sich Teile des Werkes dem kirchlichen Leben, Flur und Natur oder der Zeit des ­Nationalsozialismus.

Doch es sind nicht nur die großen historischen Strömungen, die in der Chronik aufgegriffen werden. Ute Gerhardt und ihre­ Mitstreiter haben auch nach Anekdoten gesucht, den „kleenen Geschichterchen“ wie die vom „Schwein im Bett“. Solche Begebenheiten gehören für die Macher des Buches genauso zum Ort, wie die großen Namen und schweren Zeiten der Vergangenheit.

Marburger Professor leistete Unterstützung

Der Marburger Professor für Ethnologie Siegfried Becker hatte bei der Arbeit an dem Buch wissenschaftliche Hilfestellung gegeben. Herausgegeben wird es vom Heimat- und Kulturverein. 500 Stück wurden bislang gedruckt, 20 Euro kostet eines. Zu kaufen sind die Bücher bei der Gemeindeverwaltung Ebsdorfergrund, Ortsvorsteher Bier und dem Heimat- und Kulturverein.

Wenn am Samstag beim großen Fest die Chronik der Öffentlichkeit vorgestellt wird, soll das aber nicht der einzige Programmpunkt bleiben. Ab 19 Uhr wollen die Leidenhöfer gemeinsam mit ihren Gästen in der renovierten Mehrzweckhalle feiern. Der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer hat sich angekündigt, um eine Urkunde zum 1 000. Geburtstag zu überreichen; Landrätin Kirsten Fründt will eine Medaille mitbringen.

29 verschiedene Suppen

Anna Börner und Jens Schünemann unterhalten mit Musik, genauso wie das Ensemble­ des Jugendchors und -tanztheaters „Ten Sing“. Außerdem treffen sich seit rund zwei Jahren Mitglieder des ehemaligen Jugendspielmannszuges Leidenhofen zur Probe. Die Gruppe hatte sich vor 20 Jahren aufgelöst. Zum großen Fest wollen sie wieder zusammen vor Publikum spielen.

Bei aller Unterhaltung muss natürlich auch den leiblichen Bedürfnissen Rechnung getragen werden: Beim Suppenfest gibt es insgesamt 29 verschiedene Suppen aus Leidenhofen.­ Zum Nachmachen lädt ein ­Rezeptbuch ein, das gegen eine kleine Spende mitgenommen werden kann.

Leidenhofen wird auch später­ im Jahr noch weiterfeiern. ­Ende April und Anfang Mai sind Grenzgänge geplant. Ende­ ­August dann wird ein ganzes Festwochenende ausgerichtet.

von Dominic Heitz