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Südkreis Die Zwergscharbe
Landkreis Südkreis Die Zwergscharbe
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17:20 30.08.2016
Vielleicht hält sich die gesichtete Zwergscharbe noch immer an den Martinsweihern auf. Quelle: Bastian Meise, Mehlen

Wann gesichtet?
Ab dem 23. August.

Wie viele Exemplare?
Ein Exemplar im Jugendkleid.

Wie lange vor Ort?
Am 26. August immer noch anwesend, bleibt vielleicht sogar noch länger.

Besondere Kennzeichen?
Wesentlich kleiner als ein Kormoran, Schnabel ziemlich kurz und recht klein, Schwanz lang, Kopf und Hals mit bräunlichem Anflug, Flug mit schnelleren Flügelschlägen als Kormoran, steht oft auf ins Wasser ragenden Zweigen.

Zugvogel?
Ja, brütet in Kolonien an busch- und baumreichen Ufern der Binnengewässer und in Flussdeltas von Ungarn an südostwärts. Überwintert zumeist südlich der Brutgebiete, vor allem im südöstlichen Mittelmeerraum und östlich davon, zunehmend aber auch im Donaudelta und selten in Polen. Neuerdings auch Überwinterungen in Ostdeutschland.

Rote Liste?
Brütet nicht in Deutschland und steht deswegen nicht auf der Roten Liste.

Wahrscheinliche Herkunft?
Südosteuropa.

Warum außergewöhnlich?
Sehr seltener Ausnahmegast in Deutschland, wobei sich die Nachweise aber in den vergangenen Jahren, wohl auch als Folge der Klimaveränderung, deutlich mehren. Die erste Zwergscharbe im Landkreis Marburg-Biedenkopf tauchte im Januar 2002 an der Lahn bei Roth auf. Dort gab es auch noch einen weiteren Nachweis im Mai 2010 sowie ein Jungvogel in der alten Kiesgrube bei Niederweimar/Argenstein am 17. und 18. August (wohl derselbe wie an den Martinsweihern). Anfang August auch ein Jungvogel in der BUGA in Kassel.

von Dr. Martin Kraft, Marburger Institut für Ornithologie und Ökologie (MIO)