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Südkreis Die Fronhäuser Politiker sind sich einig
Landkreis Südkreis Die Fronhäuser Politiker sind sich einig
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18:57 12.10.2015
Claudia Schnabel wird die neue Bürgermeisterin in Fronhausen. Am Wahlabend wünschten ihr  viele Menschen Glück, unter anderem der örtliche Schornsteinfeger. Foto: Nadine Weigel Quelle: Nadine Weigel
Fronhausen

Claudia Schnabel ging am Tag nach der Wahl wie geplant zur Arbeit. Dort wurde sie mit Sekt, Konfetti, Luftschlangen und einem großen Foto von der Wahlparty empfangen. „Die Kollegen freuen sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge mit mir“, erklärte Schnabel. „Ich muss mich jetzt erst ein bisschen sortieren und das Ergebnis sacken lassen. Priorität hat jetzt erst noch der Alltag auf der Arbeit.“ Ab Sonntag gehe es zu einer kleinen Verschnaufpause in den Urlaub mit der Familie. Erst danach möchte sie schauen, was ab dem ersten Januar mit dem Amtsantritt auf sie zukommt.

Sie sei sich bewusst, dass in der Übergangszeit harte zweieinhalb Monate auf sie zukommen, sagte Schnabel: „Das wusste ich vorher.“ Es gelte, wie zugesagt bis zum letzten Arbeitstag alles zu geben und sich gleichzeitig so gut wie möglich auf den Amtsantritt vorzubereiten. Wann genau sie ihr Mandat in der Gemeindevertretung niederlegen wird, weiß sie noch nicht. „Danach werde ich die Sitzungen als Zuschauerin verfolgen, um so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Ich bin gespannt, ob der Haushalt noch eingebracht wird.“ Das wird sich in den Sitzungen im November und Dezember klären.

Esken will weiterhin Bauamtsleiter bleiben

Schnabels Gegenkandidat Michael Esken konnte den ersten Arbeitstag nach der Stichwahl im Außendienst genießen. Bei schönem Wetter war er an der Grenze zwischen Fronhausen und Staufenberg unterwegs. Den Wahlabend hatte er mit seiner Frau und Freunden mit einem Essen ausklingen lassen.

An der Entscheidung, weiterhin als Bauamtsleiter arbeiten zu wollen, hält er fest. „Solche Entscheidungen fällt man, bevor man ins Rennen einsteigt. Da war ich mir der Konseqenzen bewusst, dass der Gewinner der zukünftige Chef werden könnte“, erklärt er. Dementsprechend habe er großen Wert auf einen fairen Wahlkampf gelegt.

Er betonte, Claudia Schnabel schon seit drei Jahren zu kennen und dass man sich auch noch gegenseitig „gut in die Augen schauen kann. Ich habe gar keine Zweifel an einer guten Zusammenarbeit“.

Ab Ende des Monats gönnt sich Esken eine etwas längere Reise in sein bevorzugtes Urlaubsgebiet: das südliche Marokko. Dort will er in der Sahara „abseits der Touristenpfade mal etwas anderes sehen“.

Die CDU-Fraktion hofft auf ein respektvolles Klima

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Majewski nahm an der Wahlparty aufgrund anderer Verpflichtungen in Sichertshausen nicht teil. „Wir gratulieren Claudia zu diesem eindeutigen Wahlsieg“, sagte Majewski. Das Ergebnis zeige, dass die zukünftige Bürgermeisterin von allen Ortsteilen getragen werde und sei ein klarer Wählerauftrag. „Diesen respektieren wir natürlich. Ich kann von einer guten Zusammenarbeit in den letzten fünf Jahren berichten und erwarte, dass wir diese vertrauensvoll fortsetzen können“, hofft Majewski weiter.

Die SPD-Fraktion sei gespannt, welche neuen Akzente Schnabel setzen wird und wie sie die Erfahrung einbringen kann, die sie in der bisherigen kommunalpolitischen Arbeit gewonnen hat. „Als Mutter von zwei jungen Kindern wird das auch eine ganz gute Herausforderung“, deutet er an. „Wir sind offen für eine sachbezogene Politik und reichen ihr die Hand.“ Als Sichertshäuser habe Majewski aber auch die Erwartung, dass sie als Bürgermeisterin ihr Versprechen bezüglich der Lahnbrücke einlöst.

Lothar Nau, der der Fronhäuser CDU-Fraktion vorsitzt, hat den Wahlabend per Smart-Phone auf dem Schlepper verfolgt. Er musste die Maisernte wetterbedingt von Freitag auf Sonntag verschieben. „Ich habe aber heute Morgen mit Claudia Schnabel telefoniert und ihr gratuliert“, berichtet er. Nach dem Erfolg im ersten Wahlgang sei er aber auch von diesem Ergebnis ausgegangen. „Wir haben in der Vergangenheit auf der Oppositionsbank sowie im Haupt- und Finanzausschuss zusammengearbeitet.“ Deshalb glaube er an eine weiterhin konstruktive Zusammenarbeit. „Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sein werden, so wird es doch ein anderes Klima geben. Ein Klima, in dem der gegenseitige Respekt vorherrscht.“

von Philipp Lauer