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„Die Familie arbeitete am Anschlag“

Fronhausen „Die Familie arbeitete am Anschlag“

Während des 15. Marburger Schweinetags referierten mehrere Experten zu aktuellen landwirtschaftlichen Themen.

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Landwirt Martin Allmenröder berichtete auf dem 15. Marburger Schweinetag über seine Erfahrungen.

Quelle: Björn Wisker

Fronhausen. Im Zentrum standen Fragen rund um die Zukunft der 90 teilnehmenden Schweinezüchter und Schweinemäster.

Immer mehr Landwirte stellten auch im Landkreis in den vergangenen Jahren den Betrieb ein. Gab es vor dem Jahrtausendwechsel noch 1 400 Schweinehalter, fiel die Zahl mittlerweile um fast die Hälfte auf 826.
Um einen Ausblick zu wagen und den Bauern ein Erfolgsmodell vorzustellen, präsentierte ein Agrarwissenschaftler aus Erbach in Südhessen die Entwicklung seines Hofs. Der 46-jährige Schweinemäster Martin Allmenröder übernahm Mitte der 90er Jahre den bäuerlichen Betrieb im südlichen Odenwald. „Meine Eltern haben stets viel ausprobiert und experimentiert, um sich in der Produktion breit aufzustellen und nicht von einem Produkt abhängig zu sein“, erzählte er. Die Milchviehhaltung sei zwar sehr zügig abgeschafft worden, jedoch franste sich der Betrieb über viele Folgejahre immer weiter aus.

Hühner und Gänsezucht, Urlaub auf dem Bauernhof, der Verkauf von Weihnachtsbäumen und Direktvermarktung von Lebensmitteln – für sich genommen habe jedes Standbein zwar ganz passabel funktioniert. Doch der Ertrag stand nicht im Verhältnis zum Aufwand. „Die ganze Familie arbeitete stets am Anschlag und es blieb eigentlich nie Zeit um die Schufterei mal zu hinterfragen, geschweige denn sich Gedanken über Umstrukturierungen zu machen“.

Durch die Vogelgrippe 2004 habe sich das bei ihm geändert. Plötzlich sei es an der Zeit gewesen, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Damals habe er durch die Seuche viele hundert eigentlich freilaufende Gänse und Hühner im Stall halten müssen. „Das war kein Spaß, weil wir außer Arbeit gar nichts mehr machten“. Daraufhin sei die Entscheidung gefallen, dieses Angebot einzustellen. Aus der Arbeitsfalle seien er und seine Familie erst gekommen, als sie sich konsequent für den Weg „mehr Schwein“ entschieden. Während einer Betriebsbesichtigung sei ein Bekannter auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt wieso er nicht voll und ganz auf die Schweinemast setze. „Das macht mir Freude, das kann ich gut und das Segment läuft gut. Ich brauchte nur diesen Schubser von außen als Augenöffner“.

von Björn Wisker

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