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Die Busse nerven die Niederwälger

Ortsbeirat diskutiert Die Busse nerven die Niederwälger

Jeden Morgen und jeden Mittag fahren viele Busse durch Niederwalgern zur Gesamtschule. Der Ortsbeirat hat diskutiert, wie sich die Verkehrssituation verändern lässt.

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Manchmal geht es nur noch über den Bürgersteig: An der Kreuzung Gießener Straße, Gladenbacher Straße und Schulstraße kommt es es in Niederwalgern an vielen Schultagen zu Situationen wie dieser.

Quelle: Dominic Heitz

Niederwalgern. Das Thema beschäftigt die Niederwälger seit Jahren: Im November 1963 fuhr der erste Bus durch die Schulstraße zur damaligen Mittelpunktschule, und seitdem wiederholt sich dies zu bestimmten Zeiten am Tag. Busse fahren in Richtung Gesamtschule, um am Morgen die Schüler hinzubringen oder sie mittags wieder abzuholen.

Die Zufahrt zum Busparkplatz vor dem Schulkomplex führt über die Schulstraße, die zugleich für Anwohner im Norden des Dorfes der Weg nach Hause ist. Dann werde es immer wieder eng an manchen Stellen oder komme sogar zu kleineren Staus, hieß es in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates. Der Verkehr schlängele sich zu diesen Zeiten durchs Dorf. Autos weichen den Bussen über die Bürgersteige aus.

Mehr Schüler gleich mehr Busse

Mittlerweile gehen deutlich mehr Schüler in Niederwalgern zur Schule als noch in den Sechzigern. Deshalb fahren auch mehr Busse. Und deshalb ist das Thema immer drängender für die Niederwälger geworden. Um einen neuen Vorstoß zu besprechen, hatte Ortsvorsteher Hans-Heinrich Heuser die Vorsitzenden der Fraktionen der Weimarer Gemeindevertretung eingeladen. Gemeinsam wollten sie diskutieren, welche Möglichkeiten bestehen, den Verkehr im Ort zu beruhigen. Dass alle fünf Fraktionsvorsitzende gekommen waren, zeigt deutlich, dass das Thema auch für die Weimarer Gemeindevertretung relevant ist.

In der Diskussion im Bürgerhaus äußerten die Mitglieder des Ortsbeirates die Sorge, dass der Busverkehr durch den Ort in Zukunft noch wachsen könnte, weil der Landkreis derzeit viel Geld in die Gesamtschule investiert und den Schulstandort Niederwalgern somit weiter stärkt.

Für die Niederwälger ist das ein Problem, aber obwohl es laut Ortsvorsteher Heuser „genügend Alternativen“ zur Lösung dieses Problems gebe, wollten sich die Diskutanten nicht dazu entschließen, den zuständigen Behörden eine veränderte Verkehrsführung vorzuschlagen. „Wir sind schließlich keine Planer“, hieß es. Eine neue Trasse oder veränderte Fahrtzeiten der Schulbusse waren die Stichworte, die bei der Sitzung fielen.

Klar ist, dass es nicht einfach wird, an der Situation etwas zu ändern. Der Kreis – als Behörde zuständig sowohl für die Schule als auch für die Busse – habe kein drängendes Motiv, etwas zu ändern, so Ortsvorsteher Heuser. Weder verursachten die Busse häufig Unfälle, noch sei das Geschehen auf der Straße ganz allgemein besonders gefährlich, weil Busse und Autos während angesprochener Zeiten eben recht langsam fahren.

Nichtsdestotrotz bleibt das Landratsamt der entscheidende Ansprechpartner, wollen die Niederwälger etwas ändern. „Wir müssen das Thema über die Gemeinde in den Kreis tragen“, sagte Dr. Thorsten Hoß, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürgerliste Weimar. Und so einigten sich Ortsbeirat und Fraktionsvorsitzende darauf, in zwei Etappen vorzugehen. Zunächst soll „mit den vorhandenen Möglichkeiten auf eine kurzfristige Entlastung“ hingearbeitet werden, wie Ortsvorsteher Heuser sagte.

Eine finale Lösung soll her

Langfristig solle aber eine „finale Lösung“ das Problem ein für allemal aus der Welt schaffen. Schnell ändern könne man beispielsweise den Busfahrplan. „Warum fährt zehn Minuten nach dem regulären Bus noch ein Verschlafer-Bus? Wer verschläft, soll zusehen, wie er zur Schule kommt“, war aus dem Ortsbeirat zu hören.

Die endgültige Lösung – ginge es nach den Niederwälgern – würde so aussehen, dass die Kinder nicht mehr durch den Ort zur Schule fahren. „Der Verkehr soll raus aus dem Dorf“, sagte Hans-Heinrich Heuser. Die Fraktionsvorsitzenden haben ihre Unterstützung zugesagt und wollen das Thema in die Gemeindevertretung bringen – möglichst mit einem fraktionsübergreifenden Antrag an den Gemeindevorstand. Dann hätte Bürgermeister Peter Eidam den Fall auf dem Schreibtisch.

von Dominic Heitz

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