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Der versiegelte Quadratmeter kostet 51 Cent

Gebührensplitting Der versiegelte Quadratmeter kostet 51 Cent

Was kostet das Abwasser nach dem Gebührensplitting? Das Gemeindeparlament Ebsdorfergrund stimmt am Montag über die neue Satzung ab.

Dreihausen. War es bis jetzt allein der Frischwasserverbrauch, der 1:1 für die Berechnung der Abwassergebühren herangezogen wurde, werden ab dem kommenden Jahr auch die versiegelten Flächen wie Dächer oder gepflasterte Flächen eines Grundstücks berücksichtigt, über die Regenwasser in die Kanalisation fließt.

Die bisherigen Schmutzwasserkosten sinken nach der von Gemeindevorstand und Haupt- und Finanzausschuss einstimmig gebilligten Satzungsentwurf demnach von 4,30 Euro in diesem Jahr auf 3,40 Euro pro Kubikmeter verbrauchten Wassers. Neu ist der zweite Faktor, die neue Gebühr auf Niederschlagswasser, das von versiegelten Flächen in die Kanalisation fließt: Er wird mit 51 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche angesetzt. 2014 sinkt sie um einen Cent auf 50 Cent, berichtete Bürgermeister Andreas Schulz.

Die Gebührenteile Schmutzwasser und der Fläche werden zu Berechnung der Gesamtgebühren nicht einfach addiert. Die Gemeinde errechnete dafür - in einer simulierten Trennung der bestehenden Mischwasserkanalisation in Schmutzwasser und Regenwasserkanäle - eigens einen Kostenverteilungssschlüssel. Es ergab sich ein Schmutzwasseranteil von knapp 59 Prozent, 41 Prozent entfallen auf Niederschlagswasser. In diesem Verhältnis werden auch die Gebührenanteile angesetzt.

88 Prozent Rücklauf bei den Fragebögen

Wer künftig mehr zahlen muss oder sich über eine geringere Abwassergebühr freuen kann, hängt vor allem von der Art seines Grundstücks ab. Pauschal lässt sich dies nicht beantworten. Wäre die alte Regelung in Kraft geblieben, so Schulz zum Vergleich, wäre die Schmutzwassergebühr im kommenden Jahr leicht um 10 Cent auf 4,40 Euro gestiegen. Die Gemeinde liege mit den Vorarbeiten zur Einführung der gesplitteten Abwassergebühr gut in der Zeit, resümierte Schulz.

Knapp 3650 Fragebögen wurden in der Gemeinde an die Grundstücksbesitzer ausgegeben, 88 Prozent kamen ausgefüllt zurück, viele davon mit Änderungswünschen zu den per Überflug der Liegenschaften ermittelten Daten.

Bevor im Februar die Gebührenbescheide ins Haus flattern, werde den Grundstücksbesitzern nun vorab noch einmal der aktuelle Stand mitgeteilt, so Schulz. Und es hat sich einiges verändert. Insgesamt wurden nach der Befliegung der Gemeinde eine Gesamtfläche von rund 2,15 Millionen Quadratmeter identifiziert, gebührenrelevant wurden 1,56 Millionen Quadratmeter gewertet. Nach dem Selbstauskunftsverfahren wurden davon noch einmal gut 30 Prozent herausgenommen.

Ein Drittel der gebührenrelevanten Flächen entfällt übrigens auf Straßen. Dabei gilt die Besonderheit, dass nicht nur die gemeindeeigenen Straßen von der Kommune bezahlt werden müssen, sondern auch die Landes- und Bundesstraßen.

Für Ebsdorfergrund machen die Straßen laut Schulz eine Mehrbelastung von jährlich 90000 Euro aus. Die Liegenschaften der Gemeinde, zum Beispiel Dorfgemeinschaftshäuser, schlagen demnach im Haushalt 2013 mit zusätzlichen 30000 Euro zu Buche.

von Michael Agricola

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