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Der heimische Ton im Kautest

Raumschiff Erde Der heimische Ton im Kautest

Eine Reise in die Vergangenheit unternahmen die Schüler von vier Gymnasien während der geowissenschaftlichen Exkursion „Raumschiff Erde“.

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Diese drei Schüler untersuchen in der Kiesgrube Niederweimar Gestein, das vor etwa 12.000 Jahren durch einen Vulkanausbruch in der Eifel entstanden ist.

Quelle: Tanja Hamer

Niederweimar. „Ob der Ton rein ist, könnt ihr daran erkennen, dass er beim Kauen nicht knirscht“, erklärt Professor Wolf Stefan Vogler und steckt sich prompt einen kleinen Klumpen in den Mund. Die Schüler reagieren erheitert bis entsetzt auf den Kautest, der beweist, dass der Ton Pflanzenteile enthält.

Vogler ist Geologieprofessor an der Universität Marburg und leitet seit zehn Jahren das geowissenschaftliche Propädeutikum für Gymnasialschüler der 10. Klasse. „Es ist für die jungen Leute spannend, im Buch der Steine zu lesen“, ist er sich sicher. An dem freiwilligen Projekt unter dem Motto „Raumschiff Erde“ nahmen in diesem Jahr 13 Schüler von den Marburger Gymnasien Elisabeth-Schule, Philippinum, der Martin-Luther-Schule sowie der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain teil.

Mit der diesmal eher kleinen Gruppe ging es am Montagmorgen bei strahlendem Sonnenschein auf das Gelände der Kiesgrube in Niederweimar. Vogler, in gelber Outdoorjacke und Gummistiefeln, gibt eine kleine Einführung in die Geologie. Dazu muss er die Stimme über den Lärm des Förderbandes erheben, das im Hintergrund den abgebauten Kies abtransportiert. „Die Grube ist eine offene Wunde in der Erdoberläche“, erklärt Vogler, „und entsprechend vorsichtig sollte damit umgegangen werden.“

Die Schüler erfahren, dass an der Stelle der Kiesgrube irgendwann vielleicht ein Baggersee entsteht. Wenn der nahegelegene Autobahnbau einmal beendet sein sollte, wird kein Kies mehr benötigt. Die Grube füllt sich dann mit dem Grundwasser, das im Moment noch ständig abgepumpt wird.

Ein Fazit der Exkursion nehmen die Schüler mit Verwunderung auf: Voglers Erklärung des Klimawandels. Seiner Meinung nach hat dieser nichts mit der CO2-Emission zu tun. Nach seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat es in der 4,3 Milliarden Jahre zählenden Erdgeschichte immer einen Wechsel von Eis- und Warmzeiten gegeben.

Im Moment befinde sich die Erde auf dem Weg in eine neue Eiszeit, und die Temperaturschwankungen, die derzeit für Aufregung sorgen, seien natürliche Abweichungen, die schon immer vorgekommen seien. Auch der Anstieg des Kohlendioxids in der Luft sei nachweislich ein „normales“ Phänomen, das schon immer mit Temperaturanstieg einhergegangen sei.

von Tanja Hamer

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