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Südkreis Deichsanierung geht in die Millionen
Landkreis Südkreis Deichsanierung geht in die Millionen
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00:21 07.09.2018
Roth wird immer wieder von Hochwassern bedroht. Nicht immer gelangt dabei das Wasser von den außen liegenden Überschwemmungsgebieten direkt in die Ortslage wie hier im Januar 2012, aber die Gefahr ist immer präsent. Quelle: Archiv
Weimar

Nach den trockenen und heißen Wochen des Sommers fällt es schwer, sich ein Hochwasser-Ereignis im Landkreis auszumalen. Doch es wird auch wieder Regen geben, irgendwann wohl auch wieder viel zu viel, so dass die ­Flüsse ­ansteigen und Land überschwemmen.

In Weimar laufen nun schon seit mehr als einem Jahr die Vorbereitungsarbeiten zum Hochwasserschutz der beiden Ortsteile Roth und Argenstein. Nun soll festgelegt werden, was die Gemeinde weiterverfolgen soll: eine Deichsanierung, die ein Jahrhunderthochwasser aushält, 
oder abgestufte Ausführungen, die weniger Schutz bieten.

Um es gleich mal zu sagen: 
Eine Sanierung der Deiche, die dann einem sogenannten 100-jährlichen Hochwasser standhalten, würde schon mal eine Summe um die fünf Millionen Euro bedeuten. Es geht aber auch ein paar Nummern kleiner. Und da muss jetzt besprochen werden, ob man das will.

Kleinerer Geldbeutel birgt größeres Risiko

Jedenfalls hat das Regierungspräsidium Gießen als ­Obere Wasserbehörde der ­Gemeinde Weimar mitgeteilt, dass anders als zuvor dargestellt auch Hochwasserschutzprojekte, die einen Schutzgrad kleiner als HQ100 ausweisen, möglicherweise auch förderfähig sind. Im Ergebnis heißt das, dass es auch reduzierte ­Deichquerschnitte geben kann. Das schont den Geldbeutel, lässt aber das Risiko für die Bewohner ansteigen, Schaden durch Hochwasser zu erleiden.

Der Schutz vor einem 75-jährlichen Hochwasser wäre für rund drei Millionen Euro umsetzbar, wobei die Bewohner einen noch relativ hohen Schutz genießen würden. Es ist nun an den Parlamentariern der Gemeinde, die Schutzziele zu formulieren. Zunächst einmal tagt zu diesem Thema an diesem Dienstag der Ausschuss für Bau, Planung, Energie und Umweltschutz, dessen Aufgabe es ist, den Gemeindevertretern zur Parlamentssitzung eine Beschlussempfehlung an die Hand zu geben.

Bürgerinitiative gibt aktuellen Sachstand

Des Weiteren stehen im Ausschuss noch weitere wichtige Themen an. Bevor es um den möglichen Abschluss eines Gestattungsvertrages über Zuwegung, Kabeltrasse und Abstandsflächen für den Bau von Windkraftanlagen auf Weimarer Gemeindegebiet geht, ­werden Vertreter der ­Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau von Windrädern im Wald oberhalb von Wolfshausen wendet, einen aktuellen Sachstand aus ihrer Sicht darlegen.

Zudem geht es an diesem Abend um die Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines Bebauungsplanes „Holleräcker“ in Niederweimar zu Gunsten des Neubaus eines Aldi-Marktes. Zudem wird noch Gelegenheit sein, sich über den aktuellen Sachstand zum Misch- und Gewerbegebiet Wenkbach auszutauschen.

von Götz Schaub

Hintergrund

Die Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Energie und Umweltschutz findet am diesen Dienstag, 4. September, bereits ab 19 Uhr im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung in Niederweimar im Dachgeschoss statt.