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Bürger-für-Bürger-Konzept geht auf

Zwei Jahre Bürgerbus Bürger-für-Bürger-Konzept geht auf

763 Fahrgäste seit 21. März 2011. Das ist eine Zahl, für die sich die ehrenamtlichen Fahrer des Bürgerbusses gegenseitig auf die Schulter klopfen können.

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Weimars Bürgermeister Peter Eidam (ab Zweiter von rechts) Gerhard Born vom RNV und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern finden es toll, wie sich das Projekt Bürgerbus in Weimar mit seinen ehrenamtlichen Fahrern entwickelt hat.

Quelle: Götz Schaub

Weimar. Vielleicht lag es daran, dass der Bürgerbus zu lange als Versuchsprojekt geführt wurde, dass ihn die nicht mobilen Menschen in der Gemeinde erst gar nicht ausprobieren wollten, um ihm hinterher bei einem Scheitern nicht nachweinen zu müssen. Jedenfalls seitdem bekannt ist, dass der Bürgerbus mindestens bis Dezember 2014 fahren wird und sich ein richtig fester Stamm an Fahrern und Fahrerinnen etabliert hat, nimmt die Fahrgastzahl von Woche zu Woche, von Monat zu Monat zu. Es gibt schon richtige „Stamm-Mitfahrer“, die beispielsweise ihre Arzttermine genau nach dem Fahrplan des Bürgerbusses legen und dank der Kooperation der Praxis mit dem Bürgerbus auch sicher sein können, wieder abgeholt zu werden.

Werner Reif , einer der ehrenamtlichen Fahrer, führt genau Buch über die Nutzung des Busses. Mit Einführung des überarbeiteten Fahrplans, der sich noch mehr nach den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer orientiert, sind bis vergangene Woche 763 Fahrgäste gezählt worden. Anfänglich blieb die Zahl der Beförderten in einer Woche noch einstellig, Im April 2011 wurden dann erstmals zwölf Menschen gefahren, die Spitzenwerte liegen bei einmal 19 und zweimal 18 Personen. Einmal waren es sechs Wochen hintereinander immer zweistellige „Ergebnisse“.

Unter dem Motto „Unsere Freizeit für Ihre Mobilität“ richtet sich das Angebot an alle Bürger der Gemeinde, die unter der Woche nicht mobil sind, aber gerne innerhalb des Gemeindegebiets Besorgungen tätigen oder Termine wahrnehmen wollen. Jeder kann kostenlos mitfahren, kann aber auch eine kleine Spende geben. Die Spende wird nach wie vor zu 100 Prozent zur Deckung der Betriebskosten genutzt. Die Fahrerinnen und Fahrer haben deutlich gemacht, dass sie keinen Cent „verdienen“ möchten, sondern diese Aufgabe als ehrenamtliche Hilfe für Mitbürger begreifen. Nun, zwei Jahre nach der Einführung des Bürgerbusses fällt die Bilanz sehr positiv aus. Die Verlässlichkeit und Pünktlichkeit der Fahrer sorgt für steigende Mitfahrerzahlen.

Zukunftswunsch istein Elektro-Bus

Gerhard Born, stellvertretender Geschäftsführer des Regionalen Nahverkehrsverbands (RNV) und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern lobten anlässlich einer kleinen internen Feier der Fahrer zum zweijährigen Bestehens des Bürgerbusses das Engagement der Weimarer und die stets gute Zusammenarbeit. Dieses Lob gab Horst Nau als Sprecher der Fahrer-Runde gern zurück und zudem auch an Hessen Mobil weiter. Das Amt teile den Fahrern immer pünktlich mit, wann auf der Strecke aufgrund des Neubaus der B 255 mit Behinderungen oder Streckenänderungen zu rechnen ist, damit sie ihre Touren entsprechend planen können.

Natürlich sparte auch Weimars Bürgermeister nicht mit Lob für den Einsatz „Sie fahren ja nicht nur den Bus, Sie helfen den Nutzern bei ihren Problemen auch gerne weiter. Die Leute bauen mittlerweile auf Sie.“

Der Erfolg des Bürgerbusses bleibt auch anderen Kommunen nicht verborgen. Konkret möchte sich der Bürgermeister der Stadt Biedenkopf mit seinem Magistrat über dieses Thema demnächst vor Ort in Weimar informieren.

Die Fahrer, die sich aufgrund der monatlichen Zusammenkünfte zur Absprache der Tagesbesetzung mittlerweile auch gut kennen, sehen ihre Aufgabe als festen Bestandteil einer bürgerfreundlichen Gemeinde und sind hoch motiviert, dieses Angebot dauerhaft anzubieten. Deshalb haben sie auch schon einen zukunftsorientierten Wunsch. „Am liebsten würden wir einen Elektro-Bus fahren“, sagt Horst Nau. Die Elektro-Tankstelle der Stadtwerke Marburg am Rathaus in Niederweimar ist ja schon vorhanden (die OP berichtete gestern). Vielleicht findet sich ja ein Sponsor.

von Götz Schaub

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