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Südkreis Bürger befürchten eine „Einkesselung“
Landkreis Südkreis Bürger befürchten eine „Einkesselung“
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00:19 12.09.2018
Rund 150 Bewohner aus Ronhausen, Bortshausen und Wolfshausen besuchten im April dieses Jahres die möglichen Standorte von drei Windrädern im Wald. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Niederweimar

290 wahlberechtige Menschen leben in Wolfshausen. 199 von ihnen nahmen an der letzten Bundestagswahl teil. 227 von ihnen haben sich mit ihrer Unterschrift gegen Windräder im Wald oberhalb ihres Heimatdorfes ausgesprochen.

„Diese hohe Anzahl ist unsere Legitimität, uns aktiv dagegen zu wehren“, sagt Nils Eucker von der BI gegen Windkraftanlagen zwischen Bortshausen, Ronhausen und Wolfshausen, der zusammen mit Martina ­Ziehen das Anliegen der BI vorstellte. Und er erinnert daran, dass die Wolfshäuser keine notorischen Nein-Sager seien.

Schließlich habe man auch über eine BI mit dazu beigetragen, dass der Lückenschluss der B 3 gebaut wird, obgleich die Wolfshäuser mit dem Lärm, der von der Straße ausgeht, leben müssen. Aber genau das habe man hingenommen mit dem Wissen, dass man ja noch den Wald oberhalb des Dorfes als Naherholungsort hat.

Nun sehen die Wolfshäuser sich der Gefahr ausgesetzt, dieses Naherholungsgebiet auch noch zu verlieren durch den Bau von Windkraftanlagen. Zwar stehen derzeit nur noch drei statt ursprünglich sechs in der Diskussion, doch macht ­diese Reduzierung für die BI keinen Unterschied. Denn der zu erwartende Lärm werde das „Wald- und Naturerlebnis“ hinfällig machen, so dass niemand mehr freiwillig dort hingehen mag.

Und der monotone allgegenwärtige Lärm, die BI geht von 55 Dezibel aus, werde auch Auswirkungen auf das Kreisjugendheim haben, das gerade mit seiner Lage mitten im Wald wirbt, so Martina Ziehen. „Blätterrauschen erzeugt 24 Dezibel. Das ist das, was man im Wald erwartet“, sagt Eucker.

Die BI hofft noch aus verschiedenen Gründen, dass die Anlagen mit einer Gesamthöhe von 244 Metern auf der offiziellen Windkraft-Vorrangfläche 3125 nicht Wirklichkeit werden. Da wäre zum einen die Umweltverträglichkeitsstudie aus dem Jahr 2001, die im Zuge des B3-Lückenschlusses erstellt wurde und den Wald oberhalb von Wolfshausen als Nah­erholungsgebiet benennt. Das Regierungspräsidium Gießen habe dazu auch schon seit langem eine Anfrage vorliegen, ­diese aber bis dato nicht be­antwortet.

Weitere Gründe, die gegen die Vorrangfläche sprechen, seien die Vogelfluglinie, die sich nachweislich direkt über diesem Wald befinde, und das Vorkommen von unter Naturschutz stehenden Fledermausarten. „Fledermäuse sind keine Schlagopfer wie etwa Vögel, sie sterben durch die starken Luftdruckänderungen in der Nähe der Anlagen.“ Des Weiteren glauben Eucker und Ziehen, dass den Verpächtern, die ihr Land für den Bau der Anlagen zur Verfü­gung stellen, gar nicht bewusst sei, was sich für sie hinter der Rückbauverpflichtung verbirgt.

Plan Energie ist nur noch bis Ende des Jahres zu beklagen

An die Gemeinde Weimar appellierten die Sprecher der BI, dem Investor das Wegerecht zu verweigern oder gar noch eine Normenkontrollklage gegen den Teilregionalplan Energie auf den Weg zu bringen. Letzteres schloss Bürgermeister ­Peter ­Eidam so ziemlich aus. Der Plan könne nur noch bis Ende des Jahres beklagt werden; und um Klage zu führen, müsste die Gemeinde mal eben rund 80- bis 90.000 Euro in die Hand nehmen und das bei ungewissem Ausgang.

Über den Abschluss eines ­Gestattungsvertrages über Zuwegung, Kabeltrasse und Abstandsflächen sollte ­eigentlich auch an diesem Abend im Ausschuss gesprochen werden. Da der Projektierer aber noch einmal Änderungen im Vertragswerk angekündigt hatte, die noch nicht vorlagen, nahm der Ausschuss im Einvernehmen den Punkt von der Tagesordnung mit dem Verweis, dass deshalb auch das Parlament in einer Woche noch nicht über die Sache befinden werde.

Die BI bat die Gemeinde, mit der Zustimmung wenigstens so lange zu warten, bis geklärt ist, inwieweit die Umweltverträglichkeitsstudie von 2001 für dieses Projekt doch eine Rolle spielt. „Wir wollen einfach nicht von Bundesstraße und Windkraftanlagen eingekesselt werden und somit unser letztes Naherholungsgebiet verlieren“, so Eucker.

Ihm war es dabei noch mal wichtig, darauf zu verweisen, das die BI nicht generell gegen Windkraft sei, doch hier für die schon durch die Bundesstraße belasteten Wolfshäuser eine besondere Situation vorliege.
Und dann kam noch ein Aspekt auf: der Brandschutz. Die Nabenhöhe der Anlagen beträgt schließlich 166 Meter, was die Feuerwehr durchaus vor Probleme stellen könne, zumal sich die Anlagen auch noch im Waldgebiet befinden ­würden. „Da kann es sein, dass die ­Feuerwehr aufrüsten muss, um eine in Brand geratene ­Anlage löschen zu können“, so Eucker.

Der Vortrag der BI-Sprecher blieb im Ausschuss ohne Beschluss-Empfehlung, der Vortrag war nur als Information für die Ausschuss-Mitglieder und sonstigen Besucher der Sitzung gedacht.

von Götz Schaub

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