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Südkreis Bis zu 200 000 Euro Schaden im Seepark
Landkreis Südkreis Bis zu 200 000 Euro Schaden im Seepark
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14:55 24.01.2018
Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks bei Arbeiten am Seepark. Quelle: Thorsten Richter
Niederweimar

Seit 1980 bietet Günter Gerkau Sonnenhungrigen und Badefreunden der Region eine Anlaufstelle. Er sagt, er habe in den 38 Jahren seiner Arbeit dort nichts Vergleichbares gesehen. „Das war mit Abstand das krasseste Hochwasser, was wir bisher erlebt haben.“ Den Schaden im Seepark schätzt er auf insgesamt zwischen 80 000 und 200 000 Euro.

Rund einen Meter stand das Wasser vor einigen Tagen dort noch über dem bisher gemessenen Höchstwert, rund anderthalb über dem normalen Pegel.­ Weil das Wasser bis in die ­Gebäude des Seeparks gelangte, musste schnell Hilfe her. Die Lösung: Mit drei Elektro- und zwei Dieselpumpen wurde das Wasser über einen Flutgraben in die Lahn gepumpt. Das Technische Hilfswerk (THW) und die Firma Holcim stellten die Aggregate zur Verfügung.

Bis zu 30 000 Liter pro Minute wurden so aus dem See gepumpt. Vor allem die beiden Havarie-Dieselpumpen des THW beschleunigten das Absenken des Wasserspiegels enorm. „Sie haben den Ausschlag gegeben“, sagt Günter Gerkau. „Damit ging es erstaunlich schnell.“ Um etwa 80 Zentimeter wurde der Pegel am See gesenkt. Genug, um die Gefahr für Gebäudetechnik und Freizeitanlagen abzuwenden.

Im April werden die übrigen Pumpen abgeschaltet

Das THW hat die Havarie-Pumpen mittlerweile abgebaut. Um den Wasserstand konstant zu halten, liefen nun zeitweise noch zwei Elektropumpen, sagt Gerkau. „Wir haben es jetzt gut im Griff.“ Im April spätestens, so hofft der Seepark-Betreiber, können die Elektropumpen dann auch abgestellt werden.

In den Gebäuden des Seeparks steht kein Wasser mehr. Trocken seien sie deshalb aber noch lange nicht, so Gerkau. Eine Firma sei derzeit damit beschäftigt, das Mauerwerk trocken zu legen. In etwa 14 Tagen sollen die Gebäude wieder nutzbar sein. Geht alles gut, werde das Restaurant Anfang März wieder ­geöffnet, sagt der Betreiber.

Die beiden kleinen sowie die große Wasserski-Anlagen sind beschädigt und müssen repariert werden. Gerade die große Anlage sei für das Geschäft ­lebenswichtig, sagt Günter Gerkau. „Wenn die nicht bis zum Auftakt der Saison wieder läuft, kann uns das in die Pleite führen.“ Den Schaden daran schätzt er auf rund 40 000 Euro.

Bis Ostern müsse die Anlage wieder funktionieren, denn dann kämen die ersten Wasserski- und Wakeboardfahrer, so Gerkau. Auch der „Rücklaufsteg“ habe das Hochwasser nicht unbeschadet überstanden. Dieser Steg ist mit mehreren 500 Kilogramm schweren Gewichten am Grund verankert. Das Hochwasser habe den Steg nach oben gedrückt und verbogen, sagt Günter Gerkau. „Der Rücklaufsteg sieht jetzt ein bisschen so aus wie eine Achterbahn.“

von Dominic Heitz