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Bestürzung in Roth über zerstörten Birnbaum

Zu Ehren Herbert Roths gepflanzt Bestürzung in Roth über zerstörten Birnbaum

Die Zerstörung des ­Ehrenbirnbaums hat bei vielen Bürgern in Roth Bestürzung ausgelöst, wenngleich am Dienstag noch nicht alle Bürger darüber informiert waren. 

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Unwiederbringlich zerstört: der Ehrenbirnbaum am Rother Bürgerhaus.

Quelle: Tobias Hirsch

Roth. An Mutmaßungen hinsichtlich der Motivation für die Tat wollten sich im Gespräch mit der OP weder Ortsvorsteher Michael Pfeffer noch Ortsbeiratsmitglied Siegfried Koch beteiligen. 

Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, Vorsitzende des Arbeitskreises Landsynagoge Roth, sagte: „Wir wollen niemanden vorverurteilen. Egal ob denjenigen bewusst war, was sie taten oder nicht: Die Frage nach den Motiven muss man stellen. Wir können sie bisher nicht beantworten. Die Tat ist eine Missachtung der Erinnerungsstätte und einfach nur traurig“, betonte sie.

Die Vorsitzende erinnerte an den Hintergrund der Baumpflanzung. Mit einem Festakt feierte der Arbeitskreis 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Am letzten Juliwochenende wurde früherer jüdischer Mitbürgern gedacht.
Zu Ehren des 2015 verstorbene Herbert Roth wurde ein Platz nach ihm benannt. Er wurde 1923 in Roth geboren und wuchs dort auf. 1938 floh er mit seiner Familie nach Chicago und entkam somit der Verfolgung durch das NS-Regime.

In den USA baute sich die ­Familie ein neues Leben auf. Gleichwohl zog es Herbert Roth zurück in seine Heimat. Mehrmals besuchte er seinen Geburtsort und alte Freunde, unterstützte die Bemühungen des Arbeitskreises und half bei der Restaurierung der alten Synagoge.

Beim Fest zugegen war seine Tochter Deborah Roth-Howe. Sie wollte etwas mitbringen, das an ihren Vater erinnert und in seiner Kindheit Bedeutung hatte. Der habe, immer wenn er Birnen aß, gesagt: „Die besten Birnen, die ich jemals gegessen habe, gab es im Garten hinter unserem Haus.“ Das ist in Englisch sinngemäß auf einer Plakette zu lesen, die sie mitbrachte. Sie wurde neben dem ebenfalls von ihr gespendeten Birnbaum angebracht, jenem Baum, der nun zerstört wurde.

Hinweise zur Tat nimmt die Polizei in Marburg entgegen, ­Telefon: 06421/4060.

von Hartmut Berge

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