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Südkreis Bergstraßen-Sanierung läuft auf Hochtouren
Landkreis Südkreis Bergstraßen-Sanierung läuft auf Hochtouren
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15:25 28.04.2017
Sandlager auf Höhe des Falltorwegs: Arbeitsmaterial versperrte dort eine Parkfläche, die für die Autos der Bergstraßen-Anlieger wieder freigemacht werden soll. Quelle: Carina Becker-Werner
Fronhausen

Die Straße wird auf knapp einem halben Kilometer Länge ab Höhe des Falltorwegs erneuert – der untere Teil der Bergstraße wurde schon vor Jahren saniert. Bis etwa zum Ende der Sommerferien laufen die Arbeiten im ersten von zwei Bauabschnitten und erstrecken sich auf den Abschnitt vom Falltorweg bis zum Knick der Straße, die dann weiter den Berg hinauf zur Schule führt. Der Stichweg der unteren Bergstraße, der in einer Sackgasse endet, fällt ebenfalls in den ersten Bauabschnitt.

(Im Stichweg in der Bergstraße erneuerten die Bauarbeiter in ­dieser Woche in einer bis zu dreieinhalb Meter tiefen Grube den Kanal. Foto: Carina Becker-Werner)

Allwöchentlich trifft sich Bürgermeisterin Claudia Schnabel mit Vertretern der Baufirma, des Planungsbüros sowie den beteiligten Zweckverbänden für Wasser und Abwasser an der Baustelle zu einer gemeinsamen Begehung. „Viele Dinge können vor Ort besprochen und dann gleich gelöst werden“, erklärt Schnabel. Zum Beispiel, dass eine Fläche eingangs des Falltorwegs für die Anlieger zum Parken wieder frei zugänglich sein soll. Sonst besteht dort ­eine Einbahnstraßen-Regelung, „aber für den Zeitraum des Straßenbaus haben wir sie aufgehoben“, sagt Schnabel.

Die Anlieger müssen derzeit ausweichen, die Bergstraße ist auf ihrer ganzen Breite bis an die Grundstücksgrenzen heran aufgerissen, niemand kommt mit dem Auto an sein Haus oder von dort wieder weg. In dieser Woche lagerte die Baufirma eingangs des Falltorwegs noch Arbeitsmaterial. Einschließlich der dort aufgestellten Barke soll es in diesen Tagen verschwinden, damit die Anlieger freie Fahrt haben, wurde bei der Baustellenbegehung besprochen.

Kritik in den sozialen Medien

Die Baufirma sagte auch zu, dass der Parkplatz des Bürgerhauses bis zur Gewerbeschau am übernächsten Wochenende weitgehend von Baumaterial befreit wird. Entsprechend eines Wunsches der Anlieger werden die Arbeiter die Barken an den Baugruben noch mit Blinklichtern versehen, damit Fußgänger auch in der Dunkelheit sicher unterwegs sein können. Außerdem wird der Salzbödener Weg oberhalb der Bergstraße an der Schule zum Wochenende hin einmal gründlich gereinigt und vom Baudreck befreit.

„Über die Verschmutzung gab es in den sozialen Medien schon Beschwerden – das habe ich über Facebook mitbekommen“, berichtet Schnabel und bedauert, dass solche Kritik nicht direkt bei der Gemeinde vorgetragen werde. „Es würde schon reichen, einmal anzurufen, damit wir Abhilfe schaffen können.“

Ganz anders sieht das der Anlieger-Sprecher Chris Schimmer, der sich von Schnabel wünscht, dass sie im sozialen Netzwerk Facebook auf solche Kritik reagiert, „dort, wo es dann auch alle mitverfolgen können“.

Baucontainer-Sprechstunde bislang nutzlos

Für Fronhausen gibt es eine eigene Facebook-Gruppe, in der man sich austauscht. Die Gemeinde äußere sich zwar auch auf ihrer Homepage zur Bergstraße, „aber das ist nicht rückkanalfähig“, die Anlieger wünschten sich den internetöffentlichen Dialog, verdeutlicht Schimmer.

Dass Anlieger und Gemeinde über den Bergstraßen-Ausbau und über aktuelle Probleme im eigens eingerichteten Baucontainer-Büro ins Gespräch kommen, hat bislang nicht geklappt. Der Container ist von der Schule ans Bürgerhaus umgezogen, ist immer dienstags ab 11 Uhr besetzt – darüber hat die Gemeinde in ihrem Mitteilungsblatt informiert. „Wenn bis 11.15 Uhr niemand kommt, dann schließen wir wieder“, sagt Schnabel. Chris Schimmer erzählt, dass ein Anlieger bereits vor verschlossener Tür gestanden habe, „obwohl er innerhalb dieser Uhrzeit hingegangen ist“.

OP-Faktencheck

Auf 450 Metern Länge lässt die Gemeinde Fronhausen die Bergstraße sanieren. Etwa 1,2 Millionen Euro soll der auf 18 Monate angesetzte Ausbau kosten, rund 350 000 Euro davon tragen die 37 Anlieger. Nach Angaben von Bürgermeisterin Claudia Schnabel kommen auf die Anlieger, je nach Grundstücksgröße, Kosten zwischen rund 3 000 und etwa 24 000 Euro zu. Abgerechnet wird nach dem Ausbau – er soll in spätestens 18 Monaten enden, sagt Schnabel.

Das Hin und Her zwischen erbosten Anliegern, die einen Teil des Straßenausbaus finanzieren  müssen, und der Gemeinde geht weiter. „Bislang läuft es gut, die Arbeiten sind voll im Zeitplan – und bei Schäden, die an einem Hofpfosten und an Pflastersteinen durch die Bauarbeiten entstanden sind, zahlt natürlich die Versicherung, das wird alles erneuert“, sagt Schnabel. Schimmer hingegen findet: „Aus Sicht der Anlieger läuft es nicht gut. Ein Telekom-Kabel wurde zerstört und teils sind auch andere Schäden entstanden. Außerdem ist die Beschilderung der Baustelle vor allem aus Richtung Schule schrecklich schlecht.“

Zu den Schäden, die entstanden sind, gehörte am vergangenen Sonntag ein Rohrbruch. Bei den Tiefbauarbeiten waren alte Rohre freigelegt worden, die dann nicht mehr standhielten. Laut Rainer Schmidt, Abteilungsleiter beim Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke, war die Wasserversorgung für einige Anlieger an diesem Tag bis zum Abschluss der Reparaturarbeiten am Abend unterbrochen. „Es gab in diesen Stunden für die betroffenen Anlieger nur Wasser vom Hydranten und von den Nachbarn“, berichtet Schmidt.

von Carina Becker-Werner

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