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Roggenbrot mit Buchenholz-Aroma

Backhausverein Hassenhausen Roggenbrot mit Buchenholz-Aroma

17 Interessierte haben den Verein „Hossehäuser Backstub“ gegründet. Mit Fördergeldern soll nun das Backhaus ­renoviert werden, um die Tradition fortzuführen.

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Die 87-jährige Ria Kornek erzählte im Backhaus Mitgliedern des neuen Vereins von ihrer Brotbacktradition: Zweiter Vorsitzender Daniel Breitstadt (von links), Vorsitzende Simone Feußner und Vorstandsmitglied Regina Goldbach.

Quelle: Freya Altmüller

Hassenhausen. Spinnweben hängen über dem Ofen im alten Backhaus in der Zwester-Ohm-Straße. Kommende Woche soll sich das ändern. „Wir haben einen Ofenbauer engagiert, der einen neuen Steinofen baut“, sagt Simone Feußner. Sie wurde zur Ersten Vorsitzenden des  Vereins gewählt, der im vergangenen Oktober gegründet wurde.

Die Initiative dazu sei von Ortsvorsteherin Stephanie Breitstadt gekommen, erklärt Ehemann Daniel Breitstadt, der Zweiter Vorsitzender des Vereins ist. Sie sei es auch gewesen, die eine Förderung für die Renovierung des Backhauses beantragte. Aus Fördergeldern der „Leader“-Region Marburger Land wird die Sanierung nun zum größten Teil finanziert. Aber auch die Gemeinde, die örtliche freiwillige Feuerwehr, die Waldinteressenten und die Jagdgenossenschaft beteiligen sich.

Backhaus fast 70 Jahre alt

„1949“ steht über dem Eingang zu dem kleinen Backhaus. „1961“, eingeprägt in einen Stein am Ofen, dokumentiert die letzten Arbeiten daran. Zuletzt hatte die freiwillige Feuerwehr die Trägerschaft des Backhauses. Als jedoch ein Teil des Ofens einstürzte, fehlten die Mittel für die Reparatur. Deshalb wurde das Backhaus rund 15 Jahre­ nicht mehr genutzt, schätzt ­Daniel Breitstadt. Wann es wieder in Betrieb genommen werden kann, ist noch nicht sicher. „Fest steht aber, dass es dann ein großes Fest geben wird“, sagt die Vorsitzende Feußner.

Nicht nur Mitglieder des Vereins sollen dort backen können. „Wir wollen es auch Schulen und Kindergärten zur Verfügung stellen“, erläutert Feußner. Außerdem plant der Verein Dorffeste wie einen italienischen Abend mit Pizza. „Im Steinofen bekommt alles ein ganz besonderes Aroma“, sagt Vorstandsmitglied Regina Goldbach. Der Ofen werde mit Buchenholz befeuert, danach gereinigt und dann auf den heißen Steinen gebacken.

Am Vorabend entfacht

Daran erinnert sich noch Ria Kornek, die nur ein paar Häuser entfernt wohnt. Wenn sie backen wollte, entfachte sie schon am Abend vorher ein Feuer, ­damit der Ofen dann warm genug ist. „Mit einer Kornähre habe ich geprüft, ob er zu heiß ist.“ Damit sei sie mehrmals durch den Ofen gefahren. „Wenn sie schwarz war, habe ich oben aufgemacht oder zum Abkühlen Wasser verspritzt“, so Kornek.

22 Laib Roggenbrot und drei Schmierkuchen hat sie darin regelmäßig gebacken, alle auf einmal, dafür bot der Ofen genug Platz. Auch die Nachbarn hat sie damit versorgt. Das alte Handwerk will die 87-Jährige nun den Vereinsmitgliedern weitergeben. Feußner sagt: „Es ist uns wichtig, die Tradition aufrechtzuerhalten.“ „Hossehäuser Backstub e.V.“ vereine Menschen jeden Alters. Auch eine Belebung der Dorfgemeinschaft erhofft sich der Vorstand. „Wir waren die Einzigen im Umkreis, die das Backhaus noch nicht renoviert hatten“, sagt die Vorsitzende. „Es wurde jetzt auch mal Zeit.“ In Sichertshausen und Bellnhausen würde beispielsweise regelmäßig ein Schmierkuchenfest gefeiert.

Außer der Erneuerung des Ofens sollen auch Stromleitungen neu verlegt sowie Wände und Boden renoviert werden. Obwohl einiges auch in Eigenarbeit gemacht werden soll, werde damit die gesamte Fördersumme aufgebraucht, vermutet Feußner. Deshalb seien Spenden für laufende Kosten des Vereins willkommen.

von Freya Altmüller

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