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Südkreis Autofreier Sonntag: Ausschuss hebt den Daumen
Landkreis Südkreis Autofreier Sonntag: Ausschuss hebt den Daumen
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10:22 30.04.2018
Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf Rollerblades: Der autofreie Sonntag zwischen Ebsdorfergrund und Fronhausen erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Quelle: Thorsten Richter
Fronhausen

Bürgermeisterin Claudia Schnabel hatte die Ausrichtung des autofreien Sonntags in der Parlamentssitzung Mitte März davon abhängig ­gemacht, dass der Gemeindehaushalt von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt wird. Vor zwei Wochen gab das Regierungspräsidium grünes Licht. Prompt beschäftigte sich der Fronhäuser Hauptausschuss wieder mit dem Thema autofreier Sonntag.

Weil die Kosten der Ausrichtung gestiegen sind, möchte die Gemeinde das bestehende Konzept überdenken und sich nach Alternativen umschauen. 2018 soll aber nochmal alles so laufen wie in den vergangenen Jahren auch. Gemeinsam mit der Gemeinde Ebsdorfergrund und unterstützt von der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH (MSLT) soll der auto­freie Sonntag auf der üblichen Strecke am 16. September statt­finden. Das will jedenfalls der Ausschuss dem Parlament empfehlen.

Wie die mittelfristige Zukunft aussieht, steht aber noch in den Sternen. Bürgermeisterin Schnabel diskutiert mit ­Gemeindevorstand und -vertretern schon seit Monaten, ob der autofreie Sonntag auch anderswo langführen könnte. Dem Gemeindevorstand schwebt beispielsweise vor, ein neues Konzept gemeinsam mit Weimar zu erarbeiten. Auch eine große ­Lösung zwischen Marburg und Gießen wurde diskutiert.

Ausschuss will sich nicht auf Weimar festlegen

Der Beschlussvorschlag des Gemeindevorstandes für die nächste Parlamentssitzung sah also vor, dass für 2019 ein „neues attraktives Konzept“ erarbeitet werden soll – „mit der Gemeinde Weimar“. Den Mit­gliedern des Hauptausschusses ging das aber zu weit. Klaus Bork (SPD) äußerte sich skeptisch zu der Idee, einen neuen autofreien Sonntag mit der Gemeinde Weimar zu planen. Die Entfernungen seien zu groß, sagte er. Zur üblichen Streckenführung sehe er keine Alternative.

Auch Martin Schnabel (CDU) will nicht, dass das Parlament jetzt beschließt, sich auf ein Konzept mit Weimar festzu­legen. Und so schlug ­Matthias Heun (IF) vor, dass in der Beschlussvorlage statt von der „Gemeinde Weimar“ als ­Partner allgemeiner von ­„umliegenden Gemeinden“ gesprochen werden soll. Darauf einigten sich die Ausschussmitglieder schließlich.

Der Hauptausschuss möchte der Gemeinde damit alle Türen offen halten – eben auch ­jene, dass die Veranstaltung möglicherweise in Zukunft mit dem alten Partner fortgeführt wird. Und der begrüßt dieses Ansinnen. Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz ­äußerte sich hoffnungsvoll zur Zukunft des autofreien Sonntags. Für ihn sei es eine positive Nachricht, dass Fronhausen – den Beschluss des Parlaments vorausgesetzt – in diesem Jahr wieder mitmacht. Schließlich sei es eine „Erfolgsveranstaltung“, an der in der Vergangenheit über 20 000 Menschen teilgenommen hätten. Auch in der Zukunft möchte er Fronhausen weiter dabei haben.

Falls sich die Fronhäuser jedoch anders entscheiden sollten, wolle er den autofreien Sonntag notfalls auch allein ausrichten, so Schulz. „Ich verstehe die ganze Diskussion überhaupt nicht. Für mich ist die Veranstaltung nicht verhandelbar.“

von Dominic Heitz