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Argensteiner finden „Café-Idee“ gut

Bürgerversammlung Argensteiner finden „Café-Idee“ gut

Am Ortsrand von Argenstein, direkt gegenüber der „Zeiteninsel“, möchte ein Ehepaar ein kleines Restaurant für Radfahrer errichten. Mit dieser Idee sind die Argensteiner durchaus einverstanden.

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Die „Ochsenburg“ ist am Radweg zwischen Marburg und Gießen vor den Toren Argensteins ausgeschildert. Der Betreiber hat keine Bedenken gegen ein zusätzliches Restaurant.

Quelle: Götz Schaub

Argenstein. Das Investor-Ehepaar Wolfram und Jutta Aeckersberg sowie dessen Freundin Corinna Drobe wollen nach ihrer aktiven Arbeitszeit in Argenstein zusammen ein kleines Restaurant für Radwanderer und einen Dorfladen aufbauen sowie in einem zweiten Bauabschnitt einige Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer schaffen.

Um 2015 damit starten zu können, benötigen sie unter anderem nun den positiven Bescheid des Weimarer Gemeindevorstandes auf Zulassung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. Da Argenstein in der laufenden Legislaturperiode nicht über einen Ortsbeirat verfügt, übernahm es der Gemeindevorstand selbst, die Bürger über dieses Projekt vorab über die OP und schließlich am Dienstagabend während einer Versammlung in Argenstein zu informieren.

Die Aeckerbergs sowie Corinna Drobe stellten sich und ihre Idee dabei vor und gaben auf alle Fragen bereitwillig Auskunft, Architekt Helge Bölle erläuterte zudem das konkrete Vorhaben anhand einiger Pläne, die zur Information der Bürger an einer Tafel aufgehängt waren. Dabei geht es um ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück am Ortsrand von Argenstein, das direkt gegenüber der Par-Allna und der Zeiteninsel liegt. Weimars Bürgermeister Peter Eidam hoffte darauf, am Ende der Versammlung wenigstens eine grobe Richtung der Argensteiner angezeigt zu bekommen, was sie von dem Vorhaben halten. Der Schlussapplaus der gut 40 Bürger für die Investoren war dann mehr als eindeutig: Ihr Vorhaben wird von der Bevölkerung positiv gesehen. Das lag nicht zuletzt daran, dass an diesem Abend drei wichtige Fragen geklärt werden konnten, die Gemeindevorstandsmitglied Kurt Wenz als Argensteiner Bürger formulierte. Zum einen begehrte er Auskunft über eine mögliche Konkurrenzsituation zur Gaststätte Ochsenburg, dann über die mögliche Konkurrenz zum geplanten Museumsshop der Zeiteninsel und schließlich interessierte er sich für die Meinung der Anlieger der Wenkbacher Straße, die eventuell mit einer Zunahme des Autoverkehrs rechnen müssen.

Keine Konkurrenz zur Gaststätte Ochsenburg

Praktischerweise waren für alle drei Fragen kompetente Auskunftgeber zugegen. So ergriff Heinz Wagner als Inhaber und Betreiber der Gaststätte Ochsenburg das Wort und machte deutlich, dass er das Vorhaben der Aeckerbergs keineswegs als Konkurrenz ansehe. Ob nun ein Radfahrer bei ihm oder später dort einkehre, sei nicht die Existenz-Frage. Wolfram Aeckerberg sagte unmissverständlich: „Uns wäre es gar nicht recht, wenn die Ochsensburg ausfallen würde.“ Sein Restaurant biete Speisen an, die auf die Belange von Radwanderer abgestimmt sind. „Wir freuen uns, wenn auch die Argensteiner bei uns zum Essen kommen würden. Die Kapazität, mit der wir planen und die sich nicht vergrößern wird, zeigt, dass wir uns als Ergänzung zur Ochsenburg sehen.“

Auch Bezirksarchäologe Dr. Andreas Thiedmann vom Landesamt für Denkmalpflege meinte, dass der geplante Museumsshop andere Dinge für die Gäste biete als etwa einen Kaffee und einen Snack. Thiedmann sieht das Restaurant als willkommenes zusätzliches Angebot für die Museumsbesucher an, die gern zwischendurch mal einen Kaffee trinken oder sich erfrischen wollen. Es sei kein Problem, eine Verbindung vom Museumsgelände zu schaffen. Für Besuchergruppen, die ihre Besichtigung mit einem Mittagessen verbinden wollen, könne nur die Ochsenburg die Adresse am Ort sein, sagte ergänzend Wolfram Aeckerberg.

Da der geplante Parkplatz für das Freilichtmuseum außerhalb der Ortslage liegen soll und das kleine Restaurant, das an diesem Abend auch mehrfach Radler-Café genannt wurde, vornehmlich auf Radfahrer und Argensteiner als Gäste setzt, gehen die Aeckerbergs ihretwegen auch von keinem großen Pkw-Verkehr in der Wenkbacher Straße aus. Auf ihrem Grundstück selbst bieten sie bis zu zehn Stellplätze. Mehr mache aufgrund der Größe des Restaurants keinen Sinn.

Die Anwohner der Wenkbacher Straße sind hingegen schon etwas genervt davon, dass einige ihre Autos an der Straße abstellen, um dann mit Rad oder Inliner den nahen Radweg zu nutzen.

Bürgermeister Eidam versprach, dieses Thema gesondert zu behandeln, weil es getrennt von dem konkret an diesem Abend besprochenen Vorhaben gesehen werden müsse.

von Götz Schaub

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