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Apfel für Junge, Birne für Mädchen

Obstbäume für Kinder Apfel für Junge, Birne für Mädchen

Mit jeder Geburt kommt ein Baum dazu: Am Ortsausgang von Ebsdorf, Richtung Bortshausen soll "Kinders Garten" entstehen. Die Gemeinde stellte das Grundstück für den besonderen Zweck kostenlos zur Verfügung.

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Birgit Kittel (von links) Bürgermeister Andreas Schulz und die Erste Beigeordnete Elisabeth Newton unterzeichneten die Nutzungsvereinbarung für ein besonderes Projekt mit Apfelbäumen (links) und Birnbäumen (rechts).

Quelle: Martina Becker

Ebsdorf. Die Geburt eines Kindes ist etwas Besonderes. Je nach Kultur wird dieses Ereignis mit Ritualen gefeiert, die sogar manchmal "befremdend" wirken. "In unserem Lebensumfeld wurden Bäume für das Kind gepflanzt", erzählte die Ebsdorfer Hebamme Birgit Kittel. In der Regel gab es Apfelbäume für die Jungen und Birnbäume für die Mädchen. Dieses Ritual, das ursprünglich die Nahrungsversorgung für die nächsten Generationen sichern sollte, soll in Ebsdorf wieder aufleben. Besonders auch eine Möglichkeit für Eltern, die keinen Garten habe, um einen Baum zu pflanzen. Die Projektverantwortliche Kittel hat für Ihre Idee eine Handvoll Mitstreiter gewonnen. Bei der Umsetzung helfen der Baumpfleger Achim Gerhardt aus Leidenhofen, Ortsvorsteher Walter Kaiser und der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, Wolfgang Richardt. "Eine sehr schöne Idee" fanden Bürgermeister Andreas Schulz und seine Erste Beigeordnete Elisabeth Newton.

Die Gruppe konnte sich aus verschiedenen gemeindlichen Flächen einen passenden Platz aussuchen. Die Entscheidung fiel auf ein Grundstück oberhalb des Einstiegs in den Radweg nach Marburg. "Das ist ein sehr schöner Ort, von dem aus man einen tollen Blick auf die Wittelsberger Warte hat", erzählte Kittel. Damit war der Grundstein für "Kinders Garten" gelegt. Zur offiziellen "Geburtsstunde" wurde in der Gemeindeverwaltung das Projekt mit einem kostenfreien Nutzungsvertrag besiegelt.

20 Bäume werden hier Platz finden. Der Tradition entsprechend werden es ausschließlich Hochstamm-Apfel- und -Birnbäume sein. Überdies sollen ausschließlich einheimische Sorten gepflanzt werden. Jeder Baum könne dann ein Namensschild bekommen und nach Geschmack auch dekoriert werden, erklärte Kittel. Für die Eltern, von denen bereits reges Interesse signalisiert wurde, entstehen für den Baumerwerb und das Anbringen des Verbissschutzes Kosten zwischen 35 bis 60 Euro. Für Pflegemaßnahmen oder mögliche Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen sollen zehn Euro pro Jahr auf ein Treuhandkonto beim Ortsvorsteher eingezahlt werden.

"Das Projekt "Kinders Garten" soll neben der Freude auch die Verbundenheit und Identifikation der Kinder mit Ebsdorf stärken", betonte Kittel. Der Bürgermeister fand, dass mit diesem Projekt die Attraktivität von Ebsdorf zusätzlich gewinne und bleibende Erinnerungen geschaffen würden". "Das ist nach dem Kindersparbuch der Gemeinde etwas sehr Persönliches für die Kinder und überdies wird die Natur gestärkt", freute sich Newton. Die ersten Bäumchen sollen nun bis spätestens April gepflanzt sein.

von Martina Becker

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