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Am Seepark geht es ums Ganze

Hochwasser Am Seepark geht es ums Ganze

Die Betreiber des Seeparks kämpfen um ihre geschäftliche Zukunft. Mit Pumpen soll das Wasser in die Lahn geleitet werden, doch das kann dauern. Frost würde den Schaden noch vergrößern.

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Überschwemmung im Seepark: Ein Mitarbeiter begutachtet die Schäden.

Quelle: Nadine Weigel

Niederweimar. Es sind dramatische Stunden für Betreiber und Mitarbeiter des Seeparks in Niederweimar. Weil das Wasser des Baggersees ungewöhnlich stark angestiegen ist, versinkt das Strandbad im Chaos. Rund einen Meter über dem bisher gemessenen Höchststand liege­ der Pegel derzeit, sagt Betreiber Lucien Gerkau. Das Wasser bedrohe die Existenz des Seebades.

Am Dienstagnachmittag war eine Gutachterin der Sparkassen-Versicherung gekommen, um sich die Sache anzusehen. „Die Frau sagte, sie hätte noch nie einen solch großen Hochwasserschaden gesehen“, sagt Lucien Gerkau. Die Gutachterin habe schnelle Hilfe der Versicherung zugesagt.

Der Schaden sei jetzt schon beträchtlich, so Gerkau. „Es geht wahrscheinlich in den sechsstelligen Bereich.“ Die Heizung ist beschädigt und müsse dringend instand gesetzt werden, damit die Gebäude nicht weiter auskühlen. Die Wasserski-Anlage ist kaputt, braucht einen neuen Schaltschrank samt Verkabelung.

Genauso erwischt hat es Schweißgerät und Elektro-Aggregate. „Alles, was so im ­Untergeschoss rumsteht“, sagt Lucien Gerkau. Die Lagerbestände der Strandbar seien verdorben, weil die Kühlschränke ausgefallen sind. Steigt das Wasser weiter, könnte die komplette Elektrik des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Schäden im Außenbereich, zum Beispiel am Sandstrand, können erst taxiert werden, wenn das Wasser sich zurückgezogen hat.

Die Pumpen müssen es jetzt richten

Derzeit kommt alles auf die Pumpen an. Die Feuerwehr hat zwei Notfall-Pumpen zur Verfügung gestellt, die das Wasser aus dem Untergeschoss des Gebäudes hinter die aufgestapelten Sandsäcke zurück pumpt. Von da sickert es aber langsam wieder hinein. „Wir müssen das Wasser aus dem See in die Lahn bringen“, sagt Lucien Gerkau. Hierbei sollen Elektropumpen des Technischen Hilfswerks (THW) helfen. Diese Pumpen sollten am Dienstagabend in Betrieb genommen werden.

Etwa zwei bis drei Wochen dauere es, den See-Pegel ausreichend zu senken, sagt der Betreiber des Seebades. Um etwa anderthalb Meter müsse der Wasserstand des Sees reduziert werden. Heute soll geklärt werden, ob hierfür nicht auch noch Dieselpumpen vom THW zum Einsatz kommen – das würde das Abpumpen auf zwei bis drei Tage verkürzen. Die Zeit ist knapp. Große Gefahr droht auch durch Frost. Dann, so Gerkau, könnten die Pumpen nicht mehr arbeiten, und das Eis drücke im Gebäude alles kaputt.

Sollte die Heizung schnell ­repariert werden, könne es mit der Eröffnung des Restaurants im März klappen. Ob die Wasserski-Anlage bis April wieder läuft, „steht noch auf der Kippe“. Wichtig sei, dass die Versicherung schnell hilft und das Wasser so schnell wie möglich aus Haus und See abgepumpt wird. „Dann haben wir eine Chance.“

von Dominic Heitz

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