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Südkreis Als noch Hoheiten nach Ebsdorf kamen
Landkreis Südkreis Als noch Hoheiten nach Ebsdorf kamen
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16:20 07.11.2014
Wolfgang Richardt, Vorsitzender des Heimatvereins, bedankte sich bei Professorin Irmgard Fees für ihren Vortrag über Könige und Kaiser in Ebsdorf. Rechts: DieBesucher der Ausstellung des Vereins konnten viele Bilder aus den vergangenen Jahrzehnten Dorfgeschichte betrachten.Fotos: Ingrid Lang
Ebsdorf

Ebsdorf. Unter dem Thema „Ebsdorf - ein Dorf mit Geschichte(n)“ stand die 7. Präsentation des Archivteams des Vereins. Höhepunkt aber war ein Festvortrag von Professorin Irmgard Fees aus Dreihausen, die über Kaiser und Könige in Ebsdorf berichtete.

Im Jahre 1054 habe sich Kaiser Heinrich III. in Ebsdorf aufgehalten. Mit seiner Frau Agnes sei der 37-jährige Kaiser von Mainz nach Ebsdorf gereist. Die etwa 100 Kilometer Wegstrecke wurde in drei Tagen zurückgelegt. Wie lange er in Ebsdorf weilte, sei nicht bekannt, aber wahrscheinlich sei dies nur ein Tag und eine Nacht gewesen.

König Heinrich VI. war wohl als Kind schon mit in Ebsdorf. Drei Jahre später machte er ebenfalls Station in Ebsdorf, wobei er von seiner Mutter, Kaiserin Agnes, begleitet wurde.

Ein weiterer hoher Besuch wird für das Jahr 1066 verzeichnet, als König Heinrich in der zweiten Jahreshälfte auf seiner Reise von Trebur am Rhein durch Ebsdorf kam. Der König war verheiratet mit Berta aus Italien.

Neben Bildern des Kaisers präsentierte Professorin Fees Zeichnungen sowie ein Bild einer Urkunde aus dem Jahre 1054, die auch noch im Original erhalten sei. Auf Bitten seiner Gemahlin Agnes schenkte der Kaiser damals einem Pfaffen Grundstücke. So sei auf der Urkunde zu lesen „dies ist in Ebsdorf geschehen“.

Regenten sprachen Recht und empfingen Bittsteller

Weitere Urkunden wurden in Ebsdorf 1054, 1057 und 1066 unterzeichnet. Heinrich habe viele Teile seines großen Reiches besucht. Dabei reiste er auch von Niederbayern nach Ebsdorf, um sich Güter schenken zu lassen. Bei seinem Aufenthalt empfing der Monarch Bittsteller, unterzeichnete Urkunden und sprach auch Recht.

Von einer großen Menge Menschen, die alle zum Hof gehörten, wurde der König begleitet, berichtete Irmgard Fees. Die Frage, wo die vielen Menschen in Ebsdorf untergebracht wurden, interessierte die Besucher natürlich. Dies sei meistens in eigenen Wohnsitzen des Königs geschehen, so die Antwort. Stand ein solcher nicht zur Verfügung, wurden Zelte aufgeschlagen.

In Ebsdorf habe es damals einen königlichen Wirtschaftshof gegeben, dessen Standort wahrscheinlich im Ortskern war. Der genaue Ort sei aber nicht geklärt und könne nur durch eine archäologische Grabung belegt werden, so Fees.

Zudem gehörten verstreute Ländereien in Heskem, Wermertshausen, Beltershausen bis hin nach Michelbach zu dem königlichen Besitz. Die Erträge daraus standen dem König und seinem Gefolge zu. In Ebsdorf gab es auch eine Königspfalz.

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Besucher die Ausstellung in Augenschein nehmen. Der Verein präsentiert dazu für einige Monate eine große Bilderausstellung über die 1200-Jahr-Feier im Jahre 1950 in Ebsdorf sowie über die Feste und Aktivitäten der vergangenen 20 Jahre.

Zudem sind Alltagsgegenstände wie eine Lockenzange und ein Seifenhalter aus Holz, Fotos vom Schwedenstein, dem Gedenkstein an einen gefallenen Soldaten im Heljewald, die Ebsdorfer Ziegelei, in der Backsteine hergestellt wurden, Stolpersteine, Flurnamen und Trachtenträger sowie Original-Trachten ausgestellt. Darüber hinaus gibt es auch viele Dokumente zu sehen. Wer sich für die Ausstellung interessiert, kann sich an den Vorsitzenden Wolfgang Richardt (Telefon 06424/3577, E-Mail: jen-ger@gmx.de) wenden oder sich im Schaukasten des Vereins informieren.

von Ingrid Lang

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