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Aldi in Hachborn steht auf dem Prüfstand

Bürgerversammlung Aldi in Hachborn steht auf dem Prüfstand

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Gotthard Seim, lud zur Bürgerversammlung nach Hachborn ein. Fragen zur Windkraft, zur Aldifiliale oder zum Fußgängerschutz drängten die Bürger.

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Nach Mitteilung des Bürgermeisters steht der Aldi in Hachborn intern auf dem Prüfstand, weil die Zahlen unter den Erwartungen geblieben sind.

Quelle: Thorsten Richter

Hachborn. „Wenn die Pflicht erfüllt ist, kann man sich auf die Kür konzentrieren“, erklärte Bürgermeister Andreas Schulz den gut 20 Anwesenden. Damit stellte er in Kurzform die aktuelle Situation der Gemeinde dar. Der ausgeglichene Haushalt, ein „Luxus“ in der heutigen Zeit, schaffe Raum für eigene Gestaltungsideen. „Wir kommen mit unserem Geld aus und können selbst entscheiden, was wir damit tun“, sagte der Verwaltungschef. Für ihn ist oberstes Gebot in „rentierliche“ neue Projekte zu investieren und dies besonders mit dem Ziel, die Gemeinde für Neubürger attraktiv zu machen.

„Es sterben in der Gemeinde doppelt so viele Menschen, wie geboren werden und wir wollen dennoch den Erhalt von 9000 Bürger schaffen“, so Schulz. Weniger Einwohner bedeuten schließlich auch geringere Schlüsselzuweisungen vom Land Hessen und mehr Kosten für den Einzelnen. Punkten will man in Ebsdorfergrund mit attraktiven Angeboten. Bürgerhäuser, Kindergärten, Kleinkinderbetreuungen oder das Schwimmbad sollen gegen den allgemeinen Trend nicht geschlossen, sondern auf hohem Niveau erhalten bleiben. Mit diesem Weg vor Augen werden auch die Investitionen im Jahr 2014 getätigt.

Bedeutend ist hierbei, so der Bürgermeister, der Bau der Ortsumgehung Heskem mit der Schaffung eines neuen Gewerbegebietes. Für den Bau der Straße streckt die Gemeinde dem Land knapp vier Millionen Euro vor.

Die Dorferneuerung Wittelsberg mit Implementierung eines Seniorenzentrums im Dorfgemeinschaftshaus wird ebenfalls neben zahlreichen kleineren Vorhaben ein Investitionsschwerpunkt sein. Überdies will man weiter daran arbeiten, im Jahr 2020 in Sachen Wärme und Strom energieautark zu sein.

Die Frage, ob Hachborn von dem in Heskem produzierten Bioerdgas irgendwann profitieren kann, musste Schulz verneinen. Ein Gutachten hat ergeben, dass für die Stadtwerke Marburg ein Bau der notwendigen Gasleitung nicht rentabel ist. Die Bürger interessierte auch, wie sich die Pläne mit den „Windmühlen“ in der Gemeinde gestalten.

Grundschule Hachborn ist für sechs Jahre „sicher“

„Wir wollen uns der Windkraft nicht verweigern, aber einer Verbauung entgegenwirken“, erklärte Schulz. Hier setzt die Gemeinde auf ein von sieben Gemeinden gemeinschaftliches Konzept, das der Gemeinde und den Bürgern ermöglicht selber in die Windkraftanlagen zu investieren. „Wenn wir schon die landschaftlichen Einbußen hinnehmen müssen, sollten wir auch an der Rendite partizipieren können“, so die Meinung des Bürgermeisters. Geplant sind in der Gemeinde zwei Anlagen in der Nähe des Leidenhöfer Kopfes. Schulz warnte vor übereiligen privaten Kooperationen mit Projektierern, wie sie zurzeit von den Hachborner Waldinteressenten an der Gemeinde vorbei unternommen werden. Nach seiner Meinung sei das nicht der richtige und auch nicht der erfolgversprechendste Weg. Wie es um die Zukunft der Hachborner Grundschule, der drittkleinsten im Landkreis, stehe, war ebenfalls eine Frage aus der Bürgerschaft. Schulz erklärte, dass der Standort nach dem Schulentwicklungsplan für die kommenden sechs Jahre sicher sei.

„Was ist dran an den Gerüchten um die Schließung der Aldifiliale in Hachborn?“, interessierte ebenfalls. „Wie fast an allen Gerüchten, ist auch hier etwas Wahres dran“, sagte Schulz. Nach Auskunft der Aldizentrale seien die Zahlen nicht so, wie man sie gerne hätte. Es wäre wichtig, dass die Bürgerin ihrem eigenen Ort, in der eigenen Gemeinde einkauften, um Schließungen zu vermeiden, so der Bürgermeister.

Gotthard Seim, der Vorsitzende der Gemeindevertretung erzählte, dass die Aufgabe des Frischmarktes Adam Wilhelm in Wittelsberg nur noch eine Frage der Zeit sei. Thematisiert wurden auch die Bebauungspläne an der Straße „Am Nußbaum“. Hier informierte Schulz, dass ein Bebauungsplan mit Bürgerbeteiligung aufgestellt werde. Alle öffentlichen Belange können damit geklärt werden. Gefährlich fanden die Anlieger den Weg von der Straße „Am Sandberg“ ins Dorf. Hier müssen die Fußgänger, Schulkinder stets die recht schnell befahrene Hachborner Straße überqueren, um auf den Bürgersteig zu gelangen. Man einigte sich darauf eine kleine Mittelinsel zu schaffen, um die Situation zu entschärfen.

von Martina Becker

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