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53-Jähriger gilt nach Haft weiter als Beschuldigter

Neue Details zur versuchten Entführung 53-Jähriger gilt nach Haft weiter als Beschuldigter

Im Fall der versuchten Kindesentführung in Niederweimar ermittelt inzwischen eine mehrköpfige Arbeitsgruppe der Kripo Marburg und fahndet intensiv nach dem Täter. 

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Die Straße "Baumgarten" in Niederweimar wurde am frühen Montagabend Schauplatz einer versuchten Kindes-Entführung.

Quelle: Foto: Tobias Hirsch

Niederweimar. Dabei verfolgen die Beamten nicht nur neue Spuren. Die Ermittler setzten vor allem auch die Untersuchungen am sichergestellten silbernen Kombi des 53-Jährigen fort, der am Montag unmittelbar nach der Tat verhaftet worden war, seit Dienstagabend aber wieder auf freiem Fuß ist. Denn dieser Mann gilt weiterhin als Beschuldigter...

„Es liegt zwar kein dringender Tatverdacht vor, der eine weitere Untersuchungshaft rechtfertigen würde. Der Anfangsverdacht gegen den Mann bleibt aber bestehen“, bestätigte Oliver Rust gegenüber der OP. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg ließ offen, ob der 53-Jährige gegenwärtig überwacht wird. Der Mann stammt aus Osteuropa und hat seinen Wohnsitz außerhalb des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Eine Streife hatte ihn kurz nach der Tat im Nachbarort Gisselberg gestoppt und verhaftet.

Der Motorradfahrer, der auf Bitten von Zeugen gleich die Verfolgung des flüchtenden Täters aufgenommen hatte, verlor das Fahrzeug nach OP-Informationen wegen einer roten Ampel allerdings für eine ganze Weile aus den Augen.

Das neun Jahre alte Opfer hatte den Verdächtigen auf ihr vorgelegten Bildern nicht wiedererkannt und die Haarfarbe des Täters abweichend beschrieben. Manche Merkmale des vorübergehend Festgenommenen und Details decken sich nach OP-Recherchen aber wiederum mit den Beschreibungen und Erinnerungen des Kindes, das sich am Montagabend unter heftiger Gegenwehr gerade noch aus den Fängen ihres Entführers befreien konnte (die OP berichtete).

Um einen dringenden Tatverdacht und einer weitergehende Untersuchungshaft zu begründen, brauche es allerdings stichhaltige Beweise, wie Oliver Rust erläutert: „Dafür muss eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehen, dass ein Beschuldigter als Täter eine Straftat begangen hat, die zu einer Verurteilung führen kann.“

Insofern kommt nun der Auswertung von Faser-, Haar- und DNA-Spuren eine zentrale Bedeutung zu. Entweder, um den Anfangsverdacht zu erhärten, oder um letzte Zweifel an den Aussagen des 53-Jährigen auszuräumen. Der Mann bestreitet, etwas mit dem Fall zu tun zu haben.

Wann die Ergebnisse der Spurenauswertung vorliegen, ist unklar. Während die Untersuchung von Fingerabdrücken innerhalb kurzer Zeit möglich ist, könne eine Haar- und Faser-Analyse auch einige Wochen in Anspruch nehmen, so Rust.

Unterdessen sucht die Polizei dringend weitere Zeugen und hat einen Fahndungsaufruf veröffentlicht.

von Christoph Linne

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