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35 Jahre Freizeit können ein Problem sein

Demografie 35 Jahre Freizeit können ein Problem sein

Nach buntem, kulturellem Einklang sprach der Landtagsabgeordnete Dr. Rolf Müller über eine Gesellschaft, die zukünftig „älter, von der Gesamtzahl kleiner, jedoch bunter und weiblicher“ sein wird.

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Die Besucher applaudierten unter anderem den Rainbowkids (oben rechts). Die Themenrede hielt der CDU-Landtagsabgeordnetet Dr. Rolf Müller.

Quelle: Martina Becker

Rauischholzhausen. 100 Jahre und älter werden, wie etwa Johannes Heesters –  sind und bleiben das Einzelfälle? Mitnichten, meinte der diesjährige Gastredner Dr. Rolf Müller beim Neujahrsempfang im Schloss Rauischholzhausen. Den rund 200 Gästen erklärte er am Sonntagmorgen, dass aktuelle Statistiken dies deutlich belegten.  Der CDU-Landtagsabgeordnete war Vorsitzender der Enquete-Kommission im Hessischen Landtag zum Thema „Demografischer Wandel“. Er brachte seinen Zuhörerinnen und Zuhörern eine etwas andere Sichtweise als bisher bekannt näher.

Er vermittelte ein ganzes Stück weit Optimismus zu dem Thema und zur Zukunft der Republik. „Der demografische Wandel ist kein Horrorszenario“, so Müller. Er stellte klar, dass vor 31 Jahren der Geburtenrückgang eingesetzt habe und dies selbst bei einer Trendwende der aktuellen Geburtenzahlen kurzfristig nicht zu korrigieren sei. Auf der anderen Seite ist die Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren um 30 Jahre gestiegen. Dies wirft die Frage auf, ob die Gesellschaft sich eine Lebensarbeitszeit bis 65 Jahre weiterhin leisten kann. Müller machte darauf aufmerksam, dass diese Grenze mit ganz anderen Vorzeichen, sprich einer viel geringeren Lebenserwartung festgelegt wurde.

Bei einer zukünftigen Lebenserwartung von annähernd 100 Jahren habe das persönliche und gesellschaftliche Konsequenzen. „Wenn man mit 65 Jahren die Arbeit beendet, heißt das, dass man noch gut 35 Jahre  vor sich hat“, was zu einem persönlichen Problem werden könne, so Müller. Ein Wandel im Verhältnis von Ausbildung, Arbeit und Freizeit wird das Ergebnis sein. Anhand von Zahlenbeispielen belegte der Referent die Entwicklung der Bevölkerungszahlen sowie das Verschieben der Strukturen von Jung zu Alt. Um diese „Schrumpfungsprozesse“ ein Stück weit ausgleichen zu können, wird Migration gebraucht. Überdies zeichnet sich ab, dass zukünftig die  Frauen den Löwenanteil in der Gesellschaft stellen werden.

„Wir werden weniger, wir werden älter, wir werden weiblicher und wir werden bunter“, so das Resümee von Müller. Von dieser Entwicklung wird zukünftig kein Lebensbereich unberührt bleiben.

Für ein feierliches Entree der Veranstaltung sorgten der Chor „Neue Töne“ des Männergesangvereins Ebsdorf. Die 45 Männer und Frauen überzeugten unter dem Dirigenten Klaus Fillsack mit ihrem Auftritt.  Einen anmutigen und gelungenen Auftritt zeigten auch die „Rainbowkids“ der Spielvereinigung Rauischholzhausen.

von Martina Becker

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