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Südkreis 20-Jähriger zahlt Geldstrafe wegen Nötigung
Landkreis Südkreis 20-Jähriger zahlt Geldstrafe wegen Nötigung
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21:11 21.10.2010

Marburg. Laut Anklage soll der damals 16-Jährige zusammen mit anderen im Mai 2007 bei einer Abiturfeier im Bürgerhaus von Gladenbach-Erdhausen einen heute 26-Jährigen derart getreten haben, dass dieser erhebliche Verletzungen, unter anderem einen Kieferbruch erlitt. Zwei Jahre später soll er versucht haben, einen Zeugen, der vor dem Amtsgericht gegen einen weiteren Beteiligten aussagen sollte, per Internet und Mobiltelefon unter Androhung von Gewalt dazu zu bringen, ihn aus der Sache herauszuhalten. Laut Oberstaatsanwalt Hans Jörg belastete der Zeuge den jetzt Angeklagten trotzdem, obwohl er die Drohungen ernst genommen und den Raum Marburg gemieden habe. Der Angeklagte schwieg zunächst zu den Vorwürfen.

Das Opfer, ein 26-jähriger Gladenbacher, konnte sich vor Gericht nicht an den Angeklagten erinnern. Es habe seinerzeit Streit gegeben, er sei gestoßen worden. Gesehen habe er nur den Cousin des Angeklagten. Dann seien die Tritte erfolgt, er sei bewusstlos gewesen und erst im Krankenwagen wieder zu sich gekommen. An mehr könne er sich nicht erinnern. Wie der Verteidiger sagte, wurde der Verwandte freigesprochen. Nach einem Rechtsgespräch, bei dem die Parteien das weitere Vorgehen beraten hatten, räumte der Angeklagte die Nötigung ein. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsdirektor Cai Boes­ken, betonte, dass nach dem Verlauf vergangener Verfahren nur „holprige Zeugenaussagen“ zu erwarten wären. Lediglich einer der Beschuldigten sei verurteilt worden. Als Ergebnis eines Zivilverfahrens habe dieser Mann dem Geschädigten 6.000 Euro Schmerzensgeld gezahlt.

Insofern sei dem Angeklagten die Beteiligung an der Schlägerei nur sehr schwer nachzuweisen. „Da haben wir uns gedacht, wir ziehen die Bremse an.“ Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren wegen Körperverletzung eingestellt. Den Vorwurf der Nötigung räumte der Angeklagte nach dem Rechtsgespräch ein. Auch das Verfahren wurde mit Geldbuße eingestellt, auch weil der Angeklagte sich vor und nach der Tat nichts hatte zuschulden kommen lassen.

von Heiko Krause