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„Im Vordergrund steht die Gemeinschaft“

1.000 Jahre Leidenhofen „Im Vordergrund steht die Gemeinschaft“

Ganz Leidenhofen feiert. Und ganz Leidenhofen 
ist stolz. Stolz auf die 
 Chronik und stolz auf 1000 Jahre Geschichte.

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Landrätin Kirsten Fründt (von links) freute sich mit Ortsvorsteher Konrad Bier und Bürgermeister Andreas Schulz über das Fest.

Quelle: Melanie Weiershäuser

Leidenhofen. In diesem Jahr feiert Leidenhofen ein ganz besonderes Fest und blickt damit zurück auf 1000 Jahre Geschichte. Etwa zehn Jahre lang ­wurden die Feierlichkeiten minutiös geplant. Den Auftakt ­machte am Samstag der Festakt in der Mehrzweckhalle. Ein buntes Programm und viele Reden, 
eine Ehrenmedaille sowie ­eine Urkunde samt Förderscheck gingen voraus.

Höhepunkt des Abends war aber die Vorstellung der Chronik. Sie erzählt auf 700 Seiten Geschichte über das und Geschichten aus dem Dorf und spiegelt das Leben und Arbeiten in dem beschaulichen Ort im Ebsdorfer Grund wider.

Ortsvorsteher Konrad Bier ist überwältigt von dem, was die Menschen in Leidenhofen leisten und wie sie zusammen­stehen. Seiner Meinung nach ist es „die schönste Chronik im Landkreis“. Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz meinte: „Im Gegensatz zu uns Menschen, die zwar alt werden wollen, aber nicht alt sein möchten, ist Leidenhofen stolz auf sein Alter.“

Das Dorf im Ebsdorfer Grund feiert sein Jubiläum.

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Die älteste Besucherin im Raum ist 99 Jahre und feiert in wenigen Wochen ihren 100. Geburtstag: Giesela Preiß. Wie in der Chronik zu lesen ist, war ihr 1996 verstorbener Mann Dr. Ludwig Preiß der bedeutendste Leidenhöfer. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er dem ersten Bundestag der Bundesrepublik Deutschland an. Er vertrat dort über Jahrzehnte den Wahlkreis Marburg-Biedenkopf.

„Ich habe noch nie so gerne eine Chronik gemacht“, sagte Tom Engel, der als Grafiker die vielen Texte, Geschichte und Bilder in die richtige Form gebracht hat. Seine langjährige Erfahrung half ihm dabei, die Chronik zu dem zu machen, was sie nun ist – ein großartiges Werk mit über 700 Seiten und mit einem Leineneinband mit Goldprägung.

„Ein Blick in die Vergangenheit ist auch immer ein Blick in die Zukunft“, sagte Landrätin Kirsten Fründt und gratulierte herzlich zum 1000. Geburtstag. Der demografische Wandel zeige, dass die Bevölkerungszahlen im ländlichen Raum rückläufig seien. Daher sei es besonders wichtig, den ländlichen Raum zu stärken, und dies geschehe besonders in Leidenhofen. Sie übergab die Ehrenmedaille des Landkreises an den Ortsvorsteher Konrad Bier.

Spielmannszug gab einmaliges Comeback

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer überreichte die Freiherr-vom-Stein-Urkunde und einen Förderbescheid über 1000 Euro. In seiner Rede betont er: „Durch die Verleihung unterstreichen wir die historische Bedeutung, die ein solches großes Jubiläum für unsere ­Gemeinden hat.“ Damit gratulierte er herzlich zum 1000-jährigen Dorfbestehen.

„Im Vordergrund steht die Gemeinschaft“, sagten die Moderatorinnen des Abends, Evelyn Grandmontagne und Alexandra Hahn. Sie kündigten unter anderem Daniel Bier, Jonathan Bier, Daniel Katzmarzik, Samuel Wagner und Jens Schünemann vom Christlichen Verein Junger Menschen an, die kurzerhand für eine erkrankte Musikgruppe eingesprungen waren, die Gruppe „Ten Sing“ und den Spielmannszug aus Leiden­hofen, der sich vor 20 Jahren aufgelöst hatte, für die 1000-Jahr-Feier aber reaktiviert wurde.

Der Volkskundler Professor Dr. Siegfried Becker, der dem Redaktions-Team um Ute Gerhardt zur Seite stand, meinte: „Heimat bedarf der Erinnerung, auch wenn’s weh tut: Nur wenn wir verstehen, warum und wie Geschichte abgelaufen ist, können wir begreifen, dass und was wir anders machen müssen, damit es nicht wieder passiert.“

Gäste wählen aus 31 verschiedenen Suppen

Leidenhofen könne sich glücklich schätzen, nun ein solch fundiertes Dorfbuch zu haben, 
das für die Leute vor Ort über ­Generationen eine wichtige Lektüre sein werde. An der Chronik wirkten außerdem Evelyn Grandmontagne, Hans Grün, Alexandra Hahn, Simone Linne, Margitta Reuter, Stefan Riedesel und Robert Steiner sowie viele weitere Menschen mit.

Nach dem Festakt gab es 31 Suppen für die Gäste. Renate Guth hatte zu Suppenspenden aufgerufen. Die Resonanz, sagte sie, sei überwältigend gewesen.

Nicht vergessen werden sollen die Schüler Noah Dengler (16) und Christian Warwel (16). Vor drei Wochen wurden sie von Bürgermeister Schulz gefragt, ob sie nicht einen kleinen Film über Leidenhofen drehen wollen. Die beiden stürzten sich mit Feuereifer in die Arbeit und präsentierten einen schicken Imagefilm über die 1000 Jahre alte Gemeinde, gedreht mit Bildern aus aus nicht alltäglichen Perspektiven.

von Melanie Weiershäuser 

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