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Windkraft: Arbeiten noch in diesem Jahr

Ortsbeiräte stimmen zu Windkraft: Arbeiten noch in diesem Jahr

Vor den Sommerferien sah es so aus, als würde sich die Stadt Kirchhain mit ihren Windkraftplänen richtig Ärger mit den Ortsbeiräten der betroffenen Stadtteile einhandeln.

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Ein Bauteil für eine Windkraftanlage bei Burgwald-Ernsthausen wird von einem Schwerlast-Transporter zur Baustelle gebracht. In der Gemarkung Kirchhain könnte mit den Arbeiten für die Windparks noch 2012 begonnen werden. Foto: Rouven Raatz

Kirchhhain. Jetzt scheint wieder Frieden zwischen dem Magistrat und den Ortsbeiräten von Emsdorf, Langenstein, Burgholz und Sindersfeld eingekehrt zu sein. Es bleibt die große Verärgerung im benachbarten Stadtallendorfer Stadtteil Erksdorf, der erheblich unter dem riesigen, zwischen dem Krückeberg bei Speckswinkel und der eigenen Gemarkung gelegenen Windpark leidet. Die Erksdorfer wollen nicht auch noch von der Emsdorfer Seite mit Kirchhainer Windrädern eingerahmt werden und kündigten deshalb Widerstand gegen die Kirchhainer Pläne an (siehe nebenstehender Bericht). Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) berichtete am Montagabend vor dem Kirchhainer Bau- und Planungsausschuss, dass es nach dem Aufstellungs- und Offenlagebeschluss deutliche Kritik aus dem Emsdorfer Ortsbeirat gegeben habe. Dieser habe sich unzureichend informiert und beteiligt gefühlt. Daraufhin habe der Magistrat einen Arbeitskreis mit den Ortsvorstehern und deren Stellvertretern aus Emsdorf, Langenstein, Burgholz und Sindersfeld, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des beauftragten Planungsbüros eingesetzt. Dort seien die Pläne vorgestellt, die Kritikpunkte gesammelt und in eine neue Planung eingearbeitet worden, erklärte Kirchner. Nach der jüngsten Sitzung am Donnerstag sei man einig auseinander gegangen.„Wir werden mit einer deutlich abgespeckten Planungsversion in die Offenlage gehen“, kündigte der Bürgermeister an. Volker Dornseif, für das Bauwesen zuständiger Fachbereichsleiter stellte die bei Emsdorf im nördlichen Bereich und bei Sindersfeld westlich der Ortslage deutlich verkleinerten Geltungsbereiche für die Windkraft-Vorrangflächen vor. Der Abstand zwischen den einzelnen Windrädern und den Bebauungsgrenzen der anliegenden Ortschaften vergrößere sich auf 1300 bis 1700 Meter, erklärte Dornseif. „Reduziert sich damit auch die Zahl der Windräder?“ wollte der aus Burgholz stammende Stadtverordnete Peter Emmerich (CDU) wissen. „Ganz erheblich. Jetzt werden nur die vertraglich vereinbarten sieben Windräder gebaut. Auf dem größeren Geltungsbereich wären viel mehr Windräder möglich gewesen“, antwortete Dornseif. Stadt lädt erneutzu Bürgerversammlungen Die Standorte der sieben Windräder - zwei bei Sindersfeld und fünf bei Emsdorf und Langenstein - werden von einem Planungsbüro auf eigene Kosten und eigenes Risiko entwickelt. Das Baurecht wird später an Investoren weiterverkauft. Jochen Kirchner stellte klar, das auf den verbliebenen Flächen bei Emsdorf und Langenstein bis zu zehn und bei Sindersfeld bis zu vier Windräder gebaut werden könnten. Das stehe derzeit aber nicht auf der Tagesordnung. Jedes weitere Windrad bedürfe später einer Einzelgenehmigung. Kirchner kündigte an, dass die Stadt ihre neuen Pläne bei Bürgerversammlungen in Emsdorf, Burgholz und Sindersfeld sowie in den öffentlichen Bauausschuss-Sitzungen der Nachbarkommunen Stadtallendorf und Rauschenberg vorstellen werde. Da der Waldverbrauch die 5-Hektar-Marke jetzt nicht überschreite, könne die Stadt auch ohne Abweichungsantrag ihre Vorranggebiete beim RP festschreiben lassen. Deshalb könne mit ersten Arbeiten möglicherweise schon in diesem Jahr begonnen werden. Die Windräder - so der Bürgermeister - werden vorzugsweise auf Windwurfflächen errichtet.Für diese Botschaft gab es Lob von allen Seiten. Der Ausschussvorsitzende Karl-Heinz Geil (SPD) sprach von einer erfreulichen Entwicklung. „Es war gut, dass der Arbeitskreis gebildet wurde. So schaffen wir es, mit den Bürgern auf die Reise zu gehen“, sagte der Emsdorfer Stadtverordnete Hartmut Pfeiffer (CDU). Und Klaus Weber (SPD) ergänzte: „Die Bauleitplanung der Stadt zur Windkraft war richtig und wichtig. Jetzt entscheidet die Stadt allein, ob und wo in Kirchhain Windräder aufgestellt werden“, erklärte Weber, der die ausgewählten Standorte aus naturschutzfachlicher Sicht als konfliktarm bezeichnete.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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