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„Earwix“ machen Musik für Mädchen

Punkrock „Earwix“ machen Musik für Mädchen

Auf manche wirken sie suspekt: „The Earwix“ machen versoffenen und rotzigen Punkrock. Die Band aus dem Hinterland bildet den dritten Teil der Serie „Made in MR“.

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Fünf Männer auf einem Klo: Philipp Michel (Lazy, von links), Jakob King (King J the Animal), Jonathan Becker (Locken Johnson), Benjamin Heinrich (Big Butt Benni Bronson) und Klaus Becker (Cliff Boogie) sind „The Earwix“ aus dem Hinterland.

Quelle: Tobias Hirsch

Gönnern. Unter diesen Namen kennen sie vermutlich die wenigsten: Jonathan Becker, Philipp Michel, Klaus Becker, Jakob King und Benjamin Heinrich sind die ungewöhnlichste und zugleich angesagteste „Garagenband“ des Landkreises. Gemeinsam sind sie „The Earwix“ – und selbst Insider mögen ihre bürgerlichen Namen nun zum ersten Mal gelesen haben.

Ihr Metier ist der „Gluesniffin´ Booze Rock“, wie sie ihren Stil selbst nennen. Übersetzen könnte man dies auch mit „versoffener und rotziger Punkrock aus dem Hinterland“ – denn genau das ist es, was sie machen. Wieso sie es machen, weiß Sänger Benjamin Heinrich, besser bekannt als „Big Butt Benni Bronson“, ganz genau. „Wir wollen Mädchen kennenlernen“, sagt er.

Die Gründung einer Band vor fast zehn Jahren schien da die beste Möglichkeit. Und obwohl das Musizieren bei ihnen nicht die oberste Priorität genießt und sie dem Alkohol eher zugetan zu sein scheinen als ihren Instrumenten, ist das, was am Ende hinten rauskommt, umso beeindruckender.

In den vergangenen fünf Jahren haben „The Earwix“ mehr als 100 Auftritte absolviert. Das sind durchschnittlich zwei Gigs pro Monat – und das, obwohl sie „nur“ als Hobbymusiker zu bezeichnen sind. Sicher gehörten kleinere Konzerte an heimischen Schauplätzen wie der Schutzhütte in Bad Endbach, dem Heinz-Lang-Park in Stadtalllendorf und dem KFZ in Marburg dazu. Aber auch in Köln, Frankfurt und Berlin konnte man die wilden Rocker aus dem Hinterland schon erleben. „Und wir haben uns überall tendenziell schlecht benommen“, sagt Benjamin Heinrich. Schlecht scheint von ihrem Publikum jedoch als positiv bewertet zu werden, denn „The Earwix“ durften immer wiederkommen.

Fünf Alben haben „The Earwix“ bereits aufgenommen – alle in Eigenproduktion. Ihr aktuelles und bisher erfolgreichstes ist „Eating Rats“ aus dem Jahre 2008. „The Earwix spielen genau die Musik, die man hören will, wenn man ungeduscht auf ein Konzert geht. Gute-Laune-Musik jenseits von Tralala-Punk und noch dazu mit der nötigen knackigen Härte und Rauheit ausgestattet, das ist im Grunde alles, was man als hart rockender und hart trinkender Partypriester braucht. Die aktuelle Eigenproduktion der Halunken wird frisch und frei von der Leber weg geholzt, als wolle man nach vollendetem Pogo noch kurz die Bierzeltbank durch die Wand rammen“, lautete das Urteil eines Musikkritikers des Szene-Magazins Sleaze-Metal.

„Wir sind keine Schickimicki-Typen“, sagt Benjamin Heinrich. Spaß stehe bei der Band im Vordergrund. Das bekommen Besucher ihrer Konzerte hautnah zu spüren. Auf der Bühne mutiert der Sänger zu einer solch extrovertierten Rampensau, dass man den Glauben daran verliert, er könnte privat anders sein. Aber weit gefehlt: „Ich will mal Lehrer werden“, sagt er.

von Tobias Hirsch

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