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Ausbildungsserie Mit Verantwortung in die Lehrzeit
Landkreis Serien-Archiv Ausbildungsserie Mit Verantwortung in die Lehrzeit
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19:45 10.05.2012
Marburg

Verkapselung, Tablettenpresse, Granulation, Pelletierung – für Laura Carpinelli sind das alles keine Fremdwörter. Die 19-Jährige aus Fronhausen/Lahn lernt bei der Temmler Pharma GmbH & Co. KG im ersten Lehrjahr den Beruf der Pharmakantin. „Und Verkapselung, Tablettenpresse, Granulation und Pelletierung sind alles Produktionsstationen der dreieinhalbjährigen Ausbildung“, erklärt sie.

Wie sie zu der Ausbildung gekommen ist? „Ganz einfach“, sagt sie: „Über die Arbeitsagentur.“ Dort habe sie einen Test gemacht, welche ihrer Fähigkeiten und Vorlieben – unter anderem naturwissenschaftliche Fächer wie Chemie und Biologie – zu welchen Berufen passen. „Und der Pharmakant stand dabei ganz oben“, so Carpinelli. Weil sie den Beruf bis dahin nicht kannte, informierte sie sich im Internet über die Einzelheiten, suchte nach Ausbildungsstellen und stieß auf Temmler.

Die Temmler Gruppe ist nach eigenen Angaben mit sieben Produktionsstandorten einer der größten pharmazeutischen Auftragshersteller in Europa. Am FDA-zertifizierten Standort in Marburg beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 200 Mitarbeiter. Der Technologie-Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung und Fertigung fester Formen, insbesondere von Controlled-Release-Pellets und -Kapseln, wo spezielles Wissen und langjährige Erfahrung zur Verfügung stehen. Weiterer Schwerpunkt ist die Herstellung von Brausetabletten. Das eigene Produktportfolio von Temmler Pharma hat seinen Schwerpunkt in der Vermarktung neurologisch-psychiatrischer Arzneimittel.

„Wir stellen jährlich zwei Pharmakanten-Auszubildende ein. Bewerber zu finden ist allerdings nicht ganz leicht“, berichtet Ralf Drewlies, Ausbilder und Herstellungsleiter bei Temmler in Marburg. Ziel des Unternehmens sei es auch, sich über die Ausbildung eigene Fachkräfte heranzuziehen. „Wenn die Möglichkeit besteht, werden die Lehrlinge auch übernommen“, betont er. Darauf hofft auch Laura Carpinelli, denn der Beruf macht ihr Spaß: „Man muss gewissenhaft arbeiten und trägt schon in der Ausbildung Verantwortung“, erklärt sie nicht ohne Stolz.

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Marburg stellt die Oberhessische Presse ab heute in loser Reihenfolge verschiedene Ausbildungsberufe vor, die bei jungen Leuten wenig bekannt sind, für die von Betrieben aber händeringend Bewerber gesucht werden.

von Katharina Kaufmann