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Ausbildungsserie Ein Handwerksberuf, der Zukunft hat
Landkreis Serien-Archiv Ausbildungsserie Ein Handwerksberuf, der Zukunft hat
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17:12 17.05.2012
Cappel

Wenn Dieter Dörr von „seinem“ Beruf erzählt, kommt er ins Schwärmen: „Der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist ein interessanter handwerklicher Ausbildungsberuf, der vieles beinhaltet und auch nach der Ausbildung viele Chancen und Möglichkeiten bietet“, sagt er. Dreieinhalb Jahre intensive Ausbildungszeit gehe dem voraus. Obwohl dem Beruf ein negativer Touch anhafte, seien mittlerweile viel Flexibilität und Intelligenz gefordert. „Man braucht heute keine Muskelpakete mehr, um die verschiedenen Arbeiten ausführen zu können“, betont der Geschäftsführer der Cappeler Dörr Haus- und Umwelttechnik GmbH. Daher sei der Beruf auch interessant für Frauen, die sich für handwerkliche Arbeiten begeistern könnten.

Dörr selbst beschäftigt in seinem Betrieb 23 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende. „Wer sich nicht selbst auf den Weg begibt und Menschen ausbildet, der darf sich nicht wundern, wenn er keine Fachkräfte mehr bekommt“, lautet das Credo Dörrs, der den Beruf des Anlagenmechanikers als Bindeglied zwischen Entwicklung, Erzeugung und Nutzung sieht. Nur mit ausreichend Fachpersonal sei es möglich ein Unternehmen erfolgreich am Markt zu halten.

„Die Aufgabe des Anlagenmechanikers war immer wichtig und wird es auch immer bleiben“, erklärt der Betriebschef. Vor allem mit Blick auf die Energiewende und den sinnhaften Umgang von Ressourcen werde der Anlagenmechaniker künftig vermehrt gebraucht. „Schließlich können wir nicht länger ungehindert mit dem, was uns die Umwelt zur Verfügung stellt, umgehen“, betont Dörr.

Deshalb ist die Weiterbildung in diesem Beruf laut Dörr auch so wichtig: „Der Kunde will immer die neuste Technik, und die muss der Mitarbeiter auch immer beherrschen“, so der Unternehmer. In seinem Betrieb werden sowohl die Auszubildenden wie auch die anderen Mitarbeiter regelmäßig geschult. „Unsere Auszubildenden lernen darüber hinaus auch, sich selbst zu organisieren, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu kontrollieren“, erläutert er weiter.

Das es immer schwieriger wird für Anlagenmechaniker Bewerber zu finden weiß auch Friedrich Fey von der Agentur für Arbeit Marburg. Dort ist er als Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service tätig. „Die Anforderungen für diesen Beruf sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, die Zahl der Bewerber ist eher zurückgegangen“, sagt er.

Im Bereich der Marburger Arbeitsagentur waren zuletzt noch fast zehn Lehrstellen für diesen Beruf unbesetzt. Dennoch sei die Nachfrage nach fertig ausgebildeten Anlagenmechanikern am Markt sehr hoch, so Fey. Auch er ist Handwerker, schwärmt von der Vielfalt den der Arbeitsalltag eines Anlagenmechanikers bietet. „Außerdem sind die Aufstiegschancen hervorragend: Bereits ab dem fünften Berufsjahr kann man den Meister oder den Techniker machen beziehungsweise ein Studium beginnen“, erklärt er und Dieter Dörr nickt zustimmend.

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Marburg stellt die Oberhessische Presse in loser Reihenfolge verschiedene Ausbildungsberufe vor, die bei jungen Leuten wenig bekannt sind, für die von heimischen Betrieben aber händeringend Bewerber um Lehrstellen gesucht werden.

von Katharina Kaufmann