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Landkreis Schwarzpulver ist vorerst verboten
Landkreis Schwarzpulver ist vorerst verboten
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14:22 26.08.2010
Zwischen Baumaterialien und freigelegten Wänden diskutiert der stellvertretende Schulleiter Günter Zell mit Dietmar Göttling und Torsten Schrodt, Fachbereich Schule und Gebäudemanagement beim Landkreis, sowie mit Schuldezernent Dr. Karsten McGovern über den Baufortschritt an der Gladenbacher Schule. Quelle: Carina Becker

Gladenbach. Günter Zell ist der Herr der Pläne. Der stellvertretende Schulleiter, der an der Gladenbacher Gesamtschule für logistische Fragen zuständig ist, steht seit Beginn der Bauarbeiten im Sonderinvestitionsprogramm (SIP) vor stetig neuen Herausforderungen. Denn die Freiherr-vom-Stein-Schule gehört zu den zehn größten Schulen im Landkreis, an denen der Schulträger aus Mitteln des SIP umfangreich investiert. Mehr als vier Millionen Euro wurden bereits oder werden noch an der Gesamtschule verbaut.

In Klassenzimmern, die saniert werden, kann freilich kein Unterricht stattfinden. Wohin mit den Schülern? Auf diese Frage findet Zell die Antwort. „Das funktioniert nur, weil wir über einen detaillierten Bauabschnittszeitplan verfügen“, erklärt er und verweist auf den ersten von sieben Bauabschnitten, in dem es um acht Klassenzimmer und einen Konferenzraum ging – und damit um die Unterbringung von 200 Schülern. Für eine Klasse mietete die Schule einen Raum im benachbarten Gemeindehaus „Blankenstein“ an, ein Kunstraum wurde vorübergehend zum Klassenzimmer, ebenso zwei Polytechnikräume. Die Mathematiker mussten auf einen Mathematikraum verzichten. Und dann gab es glücklicherweise noch drei freie Räume, weil die Förderstufe im zurückliegenden Schuljahr fünfzügig anstatt wie sonst sechszügig war. „Das alles ging relativ unaufgeregt“, berichtet Zell, und lobt die Akzeptanz und das Verständnis von Lehrern und Schülern.

Bauzeit: drei Monate. Die Arbeiten – Elekroversorgung, Schadstoffsanierung, Brandschutzerneuerung, Akustikdecken – sind inzwischen beendet. „Das war ein erfolgreicher Probelauf“, erklärt Torsten Schrodt, Fachbereichsleiter Schule und Gebäudemanagement beim Landkreis.

Doch gibt es noch größere Bauvorhaben, die die Europaschule Gladenbach hinter sich bringen muss. Im laufenden, zweiten Bauabschnitt, geht es um elf Klassenzimmer, die vorerst unbrauchbar sind. Um unnötigen Umzugsstress zu vermeiden, ließ Zell die bereits umquartierten acht Klassen in ihren Unterkünften. Denn in den acht schon erneuerten Räumen aus dem ersten Bauabschnitt sollte der Großteil der elf Klassen unterkommen, die innerhalb des zweiten Bauabschnitts umziehen mussten. Fehlen noch drei Klassen. Und für eine davon musste die Europaschule erneut auf ein schulfremdes Gebäude ausweichen. Im nahegelegenen Haus des Gastes richtete sich eine Klasse provisorisch ein. Eine andere fand im bereits sanierten Konferenzraum Platz, eine weitere in einem Medienraum. „Als die Abiturienten dann die Schule verließen, war wieder genug Platz vorhanden“, erklärt Zell. „Wir haben jedoch nur die Klasse aus dem Haus des Gastes zurückgeholt, denn wir wollten so wenige Umzüge wie möglich haben.“

Für die Nutzung der schulfremden Räume musste die Schule zahlen – beispielsweise 15 Euro pro Tag vier Wochen lang für die Unterbringung einer Klasse im Haus des Gastes. „Das war eine günstige Lösung. Container aufzustellen wäre sehr viel teurer geworden“, erklärt Fachbereichsleiter Schrodt. Zell bekennt, dass die ausquartierten Schüler nicht allzu begeistert waren: „Unsere Jahrgangsstufe 10, die Abgängerklasse, vermisste während der Zeit im Haus des Gastes den Anschluss an die Schule und den Kiosk.“

Solche Opfer werden die Gladenbacher Schüler weiterhin bringen müssen. Denn die Europaschule gehört zu den heimischen Schulen, an denen die Umsetzung des SIP bis ins Jahr 2011 hinein läuft. „Das ist nun mal so, wenn man im Bestand baut“, sagt Schrodt. Schuldezernent Dr. Karsten McGovern setzt auf eine weiterhin gute Kooperation zwischen dem Landkreis als Bauherr und den ausführenden Firmen auf der einen, sowie den Schulen auf der anderen Seite: „Ich finde es hervorragend, wie das funktioniert und ich bin froh, dass alle mithelfen.“

Auf ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten wird der Schulbetrieb in den kommenden Monaten mehr denn je angewiesen sein. In den nächsten Bauabschnitten steht unter anderem die Sanierung von 15 Naturwissenschafts-Räumen bevor. Die Fachschaft Chemie wird vorübergehend in einem Teil der Pausenhalle unterkommen. „Unterricht mit Schwarzpuler und Bunsenbrenner fällt vorerst flach“, sagt Zell schmunzelnd, „aber zu jedem Experiment gibt es auch einen Film, und den werden wir dann in unseren AV-Räumen zeigen“.

Für die Fachraumsanierung an der Gladenbacher Schule, in die der Kreis 1,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln investiert, sind neun Monate Bauzeit vorgesehen. „Das wird alle ein wenig einschränken, aber wir kriegen das hin“, zeigt sich der Herr der Umzugspläne zuversichtlich und denkt schon an die nächste Herausforderung: die Sanierung des Verwaltungstrakts. „Wir wissen noch nicht genau, wie wir das abwickeln sollen“, sagt der stellvertretende Schulleiter, zeigt sich aber zuversichtlich: „Der Schulfrieden bleibt jedenfalls erhalten, weil wir so viel kommunizieren.“

Daran glaubt auch Schuldezernent McGovern: „Die Schulen wissen, dass sich die Umstände lohnen, weil sie eine deutliche Qualitätsverbesserung erfahren.“

von Carina Becker

Landkreis Interview mit Dr. Karsten McGovern - „Der Gipfel ist noch nicht ganz erreicht“

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