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Zwischen Kommunalpolitik und Dackel Luke

Kandidat Joachim Fuchs Zwischen Kommunalpolitik und Dackel Luke

Es ist kein gutes Wahlkampfwetter, das Jochim Fuchs auf seiner Wahlkampftour durch Erksdorf begleitet. Es ist kühl und regnerisch.

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Joachim Fuchs mit Dackel Luke.

Quelle: Matthias Mayer

Erksdorf. Welche Beziehungen hat der parteilose Bürgermeister-Kandidat zu Erksdorf? Fuchs muss auf der Fahrt in den Stadtallendorfer Stadtteil nicht lange überlegen. Die Schwestern Margot und Sigrid Steinhaus hat er in seiner Eigenschaft als Basketball-Trainer trainiert. Mit dem damaligen Ortsvorsteher Herbert Balzer erörterte er 2005 die Möglichkeit, über eine Budgetierung den Stadtteilen mehr Mittel für eigene Projekte zur Verfügung zu stellen. Zwischen der Familie des aktuellen Ortsvorstehers Helmut Schütz und seiner Familie gibt es freundschaftliche Beziehungen und mit dem Ortsbeiratsmitglied Jürgen Mohr hat er gemeinsam die Schulbank gedrückt, lässt der Kandidat wissen.

Erste Station ist ein Besuch bei den Eheleuten Helwig und Elfriede Hohl. Das Gespräch entwickelt sich schnell zu einem kommunalpolitischen Gedankenaustausch. Helwig Hohl, der 16 Jahre lang für die AGS im Stadtparlament saß, kritisiert, dass die Arbeit der großen politischen Parteien auch auf kommunaler Ebene zuerst darauf abziele, die eigene Machtposition zu behaupten. Vor den Wahlen werde viel versprochen und hinterher wenig gehalten. Unabhängige politische Vereine wie die AGS hätte allein das Wohl der Bürger und der Stadt im Auge.

Der 77-jährige kritisiert, dass für die Stadt wichtige AGS-Anträge in der Vergangenheit von der CDU-Mehrheit abgelehnt und später als CDU-Anträge neu ins Parlament eingebracht worden seien. Schon in den 80er Jahre habe die AGS ein Konzept für die Innenstadtentwicklung gehabt, stellt Hohl fest. Fuchs ergänzt, dass später eine Vertrauensperson des jetzigen Bürgermeisters in die AGS eingeschleust worden sei. Zweck der Übung: Die AGS zu einer CDU-nahen Organisation und damit überflüssig zu machen.

Nächste Station ist die idyllisch gelegene Kahlsmühle, die zu den Lieblingsplätzen des Kandidaten gehört. „Ich bewundere die Leistung der Eheleute Wagner, die aus ihrem Anwesen einen Ferienbauernhof und ein kinderfreundliches Ausflugslokal gemacht haben“, sagt Fuchs, während er sich im strömenden Regen zwischen Dreirädern und Bobbycars den Weg zum großzügige Wintergarten des Hauses bahnt.

Dort herrscht trotz des schlechten Wetters Hochbetrieb. 120 Kinder des Kindergartens St. Michael sind mit Eltern und Betreuern von Stadtallendorf aus zur Kahlsmühle gewandert. St. Michael ist die Kirchengemeinde des praktizierenden Katholiken Joachim Fuchs, und so entdeckt er viele bekannte Gesichter. Fuchs nutzt die Begegnungen, um sich als Bürgermeister-Kandidat kurz vorzustellen und seine wichtigste Anliegen an die Frau und an den Mann zu bringen. Das ist auch gut so, denn Ingrid und Heinrich Wagner haben gerade mächtige Turbulenzen aus dem Grill. Es ist Mittagszeit, und 200 hungrige Mägen wollen gefüllt werden. Da bleibt keine Zeit für einen Plausch mit dem Kandidaten.

Der steuert das Vereinsgelände der Ortsgrupppe Homberg-Ohmtal-Stadtallendorf des Deutschen Teckel-Clubs am an. Hier veranstaltet die Ortsgruppe ein Jugendcamp, an dem 17 Kinder- und Jugendliche teilnehmen. „Das ist eine sehr gute Beteiligung, denn der Dackel ist eigentlich out; er ist kein Modehund“, erzählt Jessica Michel. Sie selbst vermittelt den Kindern den richtigen Umgang mit den Tieren. Ihr Dackel Luke beschnuppert derweil kurz den Kandidaten. „Luke wird als Therapie-Hund bei behinderten und dementen Patiente eingesetzt. Er hat eine sicheren Instinkt für hilfsbedürftige Menschen“, sagt Jessica Michel. Joachim Fuchs scheint nicht zu diesen zu gehören. Luke hat nur Augen für sein Frauchen.

von Matthias Mayer

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