Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Zwei Zugpferde für das Gewerbegebiet
Landkreis Ostkreis Zwei Zugpferde für das Gewerbegebiet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 01.07.2018
Die Arbeiten im Kirchhainer Gewerbegebiet Ost gehen voran. Im kommenden Jahr sollen dort eine Großtankstelle und ein Burgerking eröffnen. Quelle: Matthias Mayer
Anzeige
Kirchhain

An der im Werden begriffenen Kreuzung entsteht aus Richtung Stadtallendorf und Langenstein ­eine Linksabbiegespur, die ein gefahrloses Abbiegen ermöglichen soll.
Die Trasse, die über Monate hinweg die Gestalt eines hoch gelegten Ackers hatte, ist inzwischen als Baustraße erkennbar.

Umfangreiche Grundbuch-­Umschreibungen haben zur deutlichen Verzögerung des Projekts geführt, sagte Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann auf OP-Anfrage. Bis Ende August müsse die Linksabbiegespur fertiggestellt sein. Die Straße ins Gewerbegebiet hinein bleibe vorerst eine Baustraße. Der Endausbau der Straße erfolge erst nach der  Bebauung.

Die Kirchhainer Firma Geißler Infra GmbH hat die 65.000 Quadratmeter große Fläche komplett erworben, um 25.000 Quadratmeter selbst zu nutzen – für den Bau ihres Betriebshofs und einer Bauschutt-Recycling-Anlage. Geißler baut auch die Erschließungsstraße.

Zufahrt soll bis Ende August fertig sein

Geschäftsführer Thomas Barg berichtete gegenüber der OP, dass die Kanal-, Wasser-, Gas- und Stromleitungen inzwischen verlegt worden seien. Die Telekom verlege Glasfaserkabel bis in die Häuser hinein, sagte der Diplom-Ingenieur. Für das Straßenbauprojekt kündigte er zeitnahen Vollzug an. In der kommenden Woche werde der Randstreifen zur Verbreiterung der Straße asphaltiert. Dann würden die Warnbaken auf der Niederrheinischen Straße verschwinden.

Das Aufbringen der Markierungen für die Linksabbiegespur kündigte Thomas Barg noch für die Sommerferien an. In diesem Zeitraum solle auch die Verkehrsinsel auf der Erschließungsstraße gebaut werden.

Inzwischen hat Geißler Infra zwei feste Interessenten für das Gewerbegebiet gefunden. Raiffeisen möchte auf einem direkt an der Niederrheinischen Straße gelegenen Grundstück eine Tankstelle bauen, die über die Kreuzung erreichbar ist. Auf dem 3.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen – so Thomas Barg – eine Waschstraße, ein Shop und eine Tankstelle, die auch für große Lastwagen ausgelegt ist.

Der Geschäftsführer kündigte an, dass auch Geißler seine Fahrzeuge betanken werde. „Wir müssen so nicht extra eine Firmentankstelle vorhalten“, sah Thomas Barg einen doppelten Nutzen in dem Projekt, das in den letzten Verhandlungen stecke.

Verhandlung mit Burgerking-Betreiber vor dem Abschluss

Neben der Tankstelle soll ein Burgerking-Restaurant entstehen. Die Verhandlungen mit dem potenziellen Betreiber, ­einem aus Norddeutschland stammenden und in Osthessen erfolgreichen Franchise-Nehmer, stünden vor dem Abschluss, sagte Barg, der das ein wenig komplizierte Geschäftsgebaren von Burgerking erläuterte. Der Betreiber muss als Franchise-Nehmer die Küchentechnik und Einrichtung bezahlen. Das Gebäude muss der Grundeigentümer bauen, finanzieren und an den Betreiber vermieten.

Ob Geißler als Grundeigen­tümer auch Bauherr des Restaurant-Gebäudes sein werde, stehe noch nicht fest. Dies könne auch die VR-Bank Hessenland sein. Die Bank sei inzwischen Gesellschafter bei Geißler und verleihe dem Unternehmen mehr finanzielle Potenz.

Beide Projekte sollen im Mai 2019 fertig sein und für das ganze Gebiet starke Frequenzbringer sein – so das Unternehmen. Dass gut die Hälfte der Flächen noch nicht verkauft istm stört Thomas Barg nicht. „Wir haben keinen Druck. Wir wollen, dass die Nachbarschaft stimmt. Das Gewerbegebiet soll attraktiv werden und bleiben. Die Firmen müssen zueinander passen, Frequenz geben und Frequenz nehmen.“

Olaf Hausmann sieht die Tankstelle als Gewinn für Kirchhain an – besonders für die in Stadtallendorf tätigen Kirchhainer. Fastfood-Restaurants seien nicht unumstritten. Gleichwohl gebe es im Mittelzentrum Kirchhain eine Nachfrage nach diesem Angebot, sagte der Bürgermeister, der jetzt die Bauanträge von Geißler erwartet.

von Matthias Mayer

Anzeige