Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Zwei Stadtteile bringen Entscheidung

Der Spielfilm des Wahlabends Zwei Stadtteile bringen Entscheidung

Um 18.32 Uhr betrat gestern Rauschenbergs Wahlleiterin Gudrun Thiessen die Sporthalle in der Kernstadt. Wenige Minuten später wussten alle, wer neuer Bürgermeister von Rauschenberg wird.

Rauschenberg. Es war der erwartete Wahlkrimi, den die rund 400 Besucher der Wahlparty der Stadt Rauschenberg und der Oberhessischen Presse gestern Abend in der Sporthalle in der Kernstadt miterlebten. Beide Unterstützerlager von Michael Vaupel (B 90/Die Grünen) und Michael Emmerich (CDU) hatten sich auch räumlich sauber getrennt voneinander aufgestellt: Vaupel auf der linken, Emmerich auf der rechten Seite der Hallenbestuhlung. Es dauerte bis 18.18 Uhr, bis das erste Ergebnis in der Turnhalle bekannt wurde: Emmerich siegte wiederum in Albshausen, am Stimmenverhältnis zwischen den beiden Kandidaten hat sich dort noch nichts verändert. In der Zwischenzeit begrüßte Moderator Till Conrad den vor drei Wochen unterlegenen SPD-Kandidaten Markus Heeb. Der sagte voraus, was die rund 400 Gäste alle spürten: „Es wird knapp ausgehen.“

Emmerich legt in Bracht und der Kernstadt zu

Es folgten genau sechs Minuten später die Zahlen aus Ernsthausen. Und dort schnitt der Josbacher Emmerich dieses Mal noch deutlich besser ab als beim ersten Wahlgang am 7. Oktober. Rein summarisch gewann er dort 41 Stimmen hinzu, Stimmen, die sich in der Endabrechnung auszahlen sollten. Doch das wusste in diesem Augenblick, gegen 18.24 Uhr, noch keiner. Das wenige Minute später eingehende Josbacher Ergebnis ließ sich dann minutenlang nicht mehr auf der Leinwand zeigen, ein Computeraussetzer war schuld. Kopfrechnen war angesagt, auch als das Schwabendorfer Ergebnis eintraf, wo Vaupel dieses Mal mit 12 Stimmen vor Emmerich lag. Doch die entscheidenden großen Wahllokale fehlten noch: die komplette Kernstadt, die Hochburg Michael Vaupels vor drei Wochen und der Stadtteil Bracht. Genau dort legte Emmerich im Vergleich beider Wahlgänge entscheidend zu: 53 Stimmen gewann er dort mehr als vor drei Wochen. Im Ergebnis hat sich bei den Kernstadt-Wahllokalen nichts verändert. In beiden siegte Vaupel. Beide Bewerber gewannen dort aber Stimmen hinzu.

Wahlleiterin Gudrun Thiessen gab zunächst die letzten noch fehlenden Zahlen für die Präsentation weiter, bevor sie das Endergebnis verkünden wollte. Doch der Computer war um Sekundenbruchteile schneller als sie. Die Balkengrafik auf der Leinwand kündete bereits vom Wahlerfolg des Christdemokraten. Emmerich brach als erster in Jubel aus.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel