Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Zwei Platzvarianten, viele Meinungen

Bahnhofsumfeld Zwei Platzvarianten, viele Meinungen

Am 16. April soll nunmehr die Entscheidung fallen, wie Kirchhains Bahnhofsvorplatz in der Zukunft aussehen wird. Die Zeit drängt, denn die Stadt will im Juli mit den Arbeiten beginnen.

Voriger Artikel
Landwirte sollen die Wassermassen aufhalten
Nächster Artikel
Große Enttäuschung statt großer Liebe

Der Vorplatz des Kirchhainer Bahnhofs steht vor der größten Umgestaltung der vergangenen Jahrzehnte. Fest steht nur, dass ein Minikreisel den Ringverkehr ablöst. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Bekommt der Vorplatz des Kirchhainer Bahnhofs Sitzstufen oder wird er als belebte Fläche gestaltet? Wie wird aus dem Vorplatz am ehesten ein Bindeglied zwischen Fußgängerzone und Bahnhof? Das waren nur zwei der Fragen, die bei der Sitzung des Ausschusses Wirtschaft und Verkehr im Raum standen. Für diese Sitztung waren auch der Arbeitskreis Stadtmarketing, der Regionale Nahverkehrsverband, der Kirchhainer Seniorenbeirat und Vertreter der Schulen eingeladen. Mehr als 30 Zuhörer verfolgten die Vorstellung von zwei Entwürfen durch zwei verschiedene Planer.

Nur ein Punkt ist aus Sicht von Bürgermeister Jochen Kirchner und den Gremien nicht mehr veränderbar: der Bau eines Minikreisels mit 21 Metern Durchmesser. Ihn sehen die Planer als einzige Möglichkeit an, die bestehenden Verkehrsbeziehungen zwischen den Straßen Am Bahnhof, Feldweg, Römerstraße und Brückenstraße. Durch die Anordnung des Minikreisels entsteht Freifläche im Bahnhofsumfeld, die die Planer vor Herausforderungen stellt.

Landschaftsarchitekt Hans-Werner Kuhli favorisiert klar den Gedanken, die Fläche rechter Hand des Bahnhofsgebäudes durch Sitzstufen umzugestalten. So gleicht er auch das vorhandene Gefälle aus und schafft Versammlungsraum. Direkt daneben strebt Kuhli Gastronomie an. Er will dem Platz einen eher abgeschlossenen Charakter geben. Optisch arbeitet Kuhli mit Baumpflanzungen, kann sich aber Lichtbänder rund um die Sitztreppe vorstellen.

Nach wie vor gibt es seitens der Stadt Kirchhain den Wunsch, über eine an die Unterführung heranführende Rampe Gehbehinderten zumindest in diese Richtung einen Zugang zu geben. Ob diese Rampe kommt, ist letztlich davon abhängig, ob es dafür ebenfalls Fördergelder gibt - und sich Stadt und Bahn einig werden. Wie die Barrierefreiheit von der Unterführung auf die Gleise geschaffen werden kann, ist noch gänzlich offen. Beim zweiten, zusätzlich in Auftrag gegebenen Entwurf von Horst Barthel gibt es einen anderen Ansatz. Er will den Platz in Richtung der Gleise, des geplanten Marktgebäudes und der entstehenden Parkfläche offener gestalten. "Der Platz muss dabei mehr als nur ein Durchgang sein", betonte Barthel. Stelen oder Skulpturen sind für ihn einsetzbare Gestaltungselemente.

Beiden Planern ist bewusst, dass das von einem Investor zu bauende Marktgebäude entscheidende Auswirkungen für die Optik des Platzes hat. Beide setzen in ihren Entwürfen dort nur Platzhalter. Die Verwaltung weiß um diese Situation. So hieß es dazu aus dem Rathaus, dass zwischem dem Umbau des Platzes und dem Neubau keine lange Zeitspanne liegen soll. Und es ist auch klar, dass die Optik des Gebäudes dem Umfeld entsprechen muss. Ein Lebensmittelmarkt nach Discounter-Muster hätte dort also keine Chance.

Kaum noch Zeit für lange Überlegungen

Zwischen diesen beiden Entwürfen oder einer Mischung aus beiden fällt die Entscheidung, aller Voraussicht nach am 16. April. Parlamentarier wie auch Bürger nutzten die Sitzung für Fragen, Anregungen und Kritik, ganz wie von Bürgermeister Jochen Kirchner und der Verwaltung gewünscht. So gab es einige kritische Anmerkungen zum geplanten Minikreisel. Mancher Besucher bezweifelte, das landwirtschaftliche Maschinen und Busse mit der künftigen Verkehrssituation klarkommen. Kirchner verwies im Gegenzug auf vorgenommene Berechnungen und Untersuchungen und den funktionierenden ersten Minikreisel in Kirchhains Kernstadt. Immer wieder kamen Fragen und Anregungen zur Verkehrssicherheit von Fußängern auf, etwa entlang des künftigen Taxistandes, der dort entsteht, wo sich jetzt noch die Bushaltestelle befindet.

Für die Stadt drängt nunmehr die Zeit. Denn im Mai beginnt der zweite Abschnitt dringender Kanalarbeiten. Betroffen sind die Straßen Am Bahnhof und der Feldweg. Fachbereichsleiter Volker Dornseif erwartet, dass diese Arbeiten mindestens sechs Wochen dauern. Die Kanalgräben werden dann nur provisorisch geschlossen. Denn die Arbeiten am Vorplatz sollen sich gleich anschließen.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr