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Zwei Gesichter, zwei Ansichten

OP-Wahltalk Zwei Gesichter, zwei Ansichten

Beim OP-Wahltalk in Kirchhain trafen die Bürgermeisterkandidaten erstmals öffentlich aufeinander und lieferten sich ein hartes aber faires Wortgefecht vor den interessierten Wählern.

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Wer Bürgermeister werden will, muss gut überlegen, was er sagt: Herausforderer Michael Höhmann (links) und Amtsinhaber Jochen Kirchner sinnieren beim OP-Wahltalk über ihre Antworten.

Quelle: Tobias Hirsch

Kirchhain. Michael Höhmann versuchte mit wortgewandten Visionen zu überzeugen. Jochen Kirchner nutze seinen Amtsvorteil und stellte mehr oder weniger konkrete Pläne vor. Auch Dinge, die er bereits erreicht hatte, ließ er publikumswirksam in das Wortduell einfließen. Moderiert wurde der Abend von OP-Chefredakteur Christoph Linne und OP-Redakteur Michael Rinde.

Freibad
Sowohl Kirchner als auch Höhmann wollen das Freibad erhalten. Die Vorstellung davon, wie das geschehen soll, sind aber unterschiedlich. Kirchner möchte das Freibad mit Abwärme aus einem Industriebetrieb heizen, um so die Betriebskosten zu senken und Geld für eine Sanierung anzusparen. Höhmann bezeichnet diese Idee als unrealistisch: „Mit einer Betriebskostensenkung können keine Mittel für eine Sanierung erwirtschaftet werden“. Ihm schwebt vor, ein Naturbad mithilfe von Nachbarkommunen am Standort des heutigen Freibades zu bauen – finanziert durch Fördermittel.

Vereinsförderung
Bei Höhmanns Lieblingsthema, den Vereinen, kam Schwung in das Frage-Anwort-Spiel vor fast 500 Zuhörern. Der Herausforderer warf dem Amtsinhaber vor, zu wenig für die Vereine zu tun. Motivation und Kommunikation waren die Schlagworte. „Ich werde keine üppige Vereinsförderung von heute auf morgen einführen können, aber es geht auch um die Anerkennung ehrenamtlicher Leistungen, der Leistungen der Vereine für die Gemeinschaft“, sagte Höhmann. Dies könne auch auf schmalem Niveau beginnen: „Und dazu gehört auch eine Anerkennung“. Kirchner reagierte prompt auf diesen Angriff und erläuterte an Beispielen, wo und wie die Stadt die Vereine unterstützt habe. „Das einzige was wir nicht gemacht haben, ist Barmittel verteilt zu haben. Wir sind selbst pleite“.

Nahverkehr
Hans-Jürgen Sitt aus Kirchhain wollte wissen, was die beiden Kandidaten zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen Kernstadt und Stadtteilen planen. „Menschen in ihrer Mobilität unterstützen und fördern“, steht für Höhmann außer Frage. Personennahverkehr muss in Zukunft schrittweise ausgebaut werden. Kirchner hat bereits Erfolge vorzuweisen: „Ich habe im Regionalen Nahverkehrsverband mitgeholfen, dass der Busverkehr neu geplant wird. Damit haben wir erreicht, dass alle Stadtteile mindestens im Stundentakt mit Bussen verbunden sind“, sagte Kirchner.

Finanzen
Kirchhain geht es derzeit besonders schlecht. Im aktuellen Haushalt liegt das Defizit bei 5,9 Millionen Euro. Hat Kirchner schlecht gewirtschaftet? „Nein!“, antwortete er. Unter seinem Amtsvorgänger wurde mehr Geld ausgegeben, als erwirtschaftet wurde, so Kirchner: „Das musste ich erst mal aufholen“. Spielräume für Einsparungen sieht der Herausforderer mehr als der Amtsinhaber. Höhmann sieht Einsparmöglichkeiten in einer interkommunalen Zusammenarbeit. Kirchner hingegen weiß nicht, wo er den Rotstift noch ansetzen soll: „Wir können gar nicht so schnell sparen, wie uns die Einnahmen wegbrechen“.

von Tobias Hirsch

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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