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Ostkreis Zwei Eingänge müssen reichen
Landkreis Ostkreis Zwei Eingänge müssen reichen
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20:14 22.07.2011
Mühsam erklimmt eine gehbehinderte Seniorin die Treppe am Haupteingang des Friedhofs. „Naja, die Stadt hat ja kein Geld. Und mit dem Platz sieht es auf dem Friedhof ja auch nicht wirklich gut aus“, zeigt sie Verständnis für das Nein zum Ausbau. Schade sei es aber trotzdem. Quelle: Lerchbacher

Kirchhain. „Für viele Senioren ist es eigentlich nicht zumutbar, von einem der barrierefreien Zugänge bis zum vorderen Teil des Friedhofs, wo Eltern, Freunde und Bekannte liegen, gehen zu müssen“, sagt Norbert Graf, der Vorsitzende des Kirchhainer Seniorenbeirats.

Aus diesem Grund plädiert das Gremium dafür, den Haupteingang behindertengerecht zu gestalten. „Ein Haupteingang sollte für jeden Bürger nutzbar sein“, betont Graf.

Die CDU-Fraktion griff das Thema im Vorfeld der letzten Stadtverordnetenversammlung auf mit dem Hinweis, dass die Infrastruktur stärker auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet sein müsse. „Öffentliche Gebäude und Einrichtungen müssen für Senioren sowie Menschen mit Behinderung besser hergerichtet sein. Der Haupteingang des Friedhofs wird diesen Ansprüchen nicht gerecht“, heißt es in der Begründung von Uwe Pöppler.

Für die Stadt Kirchhain kommt ein Ausbau des Haupteingangs allerdings nicht in Frage: Zwar ist sie sich bewusst, dass die Nutzung des Tores aufgrund der Steigung der Rampe von mehr als sechs Prozent nicht behindertengerecht ausgebaut ist.

Für Senioren gebe es neben den gut begehbaren Stufen ein Geländer. Es seien auch schon Menschen mit Rollatoren vor Ort beobachtet worden, teilte Bürgermeister Jochen Kirchner mit.

Er könne zwar verstehen, dass Menschen mit Behinderung gerne den Haupteingang nutzen würden, dies sei aber eigentlich nicht möglich: Die Stadt müsste für den behindertengerechten Ausbau auf Höhe des Stromkastens eine Rampe mit maximal sechs Prozent Steigung zur Kapelle beginnen zu lassen.

Dafür müssten ein Teil einer Hecke sowie einige Bäume verschwinden. Noch dazu würde ein Stück des Grabfeldes wegfallen. „Dabei haben wir doch ohnehin schon Platzprobleme“, ergänzt Kirchner.

von Florian Lerchbacher

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