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Ostkreis Zuhören, Wertschätzen und Ratschläge geben
Landkreis Ostkreis Zuhören, Wertschätzen und Ratschläge geben
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16:55 23.08.2013
Unter der Leitung von Birgit Thiel (Vierte von links) und Angela Schönemann (Fünfte von links) begleiten Margit Pausch (von links), Valentina Exner, Ursula Rock, Sieglinde Eberhardt, Christa Zimmer und Bernhard Neubauer die Angehörigen bei der Pflege. Foto: Yanik Schick
Stadtallendorf

„Die Hauptaufgaben der Pflegebegleiter belaufen sich auf drei Dinge: Zuhören, Wertschätzen und Ratschläge geben“, erklärt Angela Schönemann, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf. Eine der Pflegebegleiterinnen, Christa Zimmer, fügt hinzu: „Wichtig ist: Pflegebegleitung entspricht nicht der Pflege. Wir unterstützen den Pflegenden und sind für ihn da, sind aber keine Ersatzpfleger. Sollte ein Angehöriger mal nicht können, zeigen wir ihm alternative Pflegemöglichkeiten auf“.

Die Alzheimer Gesellschaft finanziert das 2011 initiierte Projekt zusammen mit der Stadt Stadtallendorf. Damals begannen 20 ehrenamtliche Pflegerinnen und Pfleger eine Schulung. „Dort haben wir uns unter anderem mit ethischen Fragen im Zusammenhang mit Tod und Sterben, aber auch mit dem Gesprächsaufbau mit Angehörigen oder dem richtigen Zuhören befasst“, so Schönemann. Im Mai dieses Jahres wurde im Stadtallendorfer Gemeinschaftszentrum ein wöchentlicher Infotreff für pflegende Angehörige eingerichtet. Die Angehörigen erhalten dort immer donnerstags von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr die Gelegenheit, Tipps und Ratschläge im Umgang mit Kranken zu bekommen.

Dabei sind die Erfahrungen durchaus positiv: Eine 59-jährige Frau pflegt seit etwa drei Jahren ihre demenzkranke Mutter. Unterstützt wurde sie dabei von der Pflegebegleiterin Sieglinde Eberhardt. „Sie ist mein Schutzengel. Oft habe ich nicht mehr weiter gewusst, da hat sie sich lange mit mir unterhalten. Ich kann nun die Entwicklung der Krankheit viel besser verstehen“, freut sich die Frau. Nach anfänglicher Angst, sich gegenüber einem fremden Menschen zu öffnen, habe ihr die Hilfe enorm geholfen.

Diese Ängste sind auch den Pflegebegleitern bekannt. Sie versuchen diese durch Öffentlichkeitsarbeit zu überwinden. Der Pflegebegleiter Bernhard Neubauer berichtet: „Kürzlich war ich bei meinem Hausarzt und habe ihn über unser Projekt informiert, damit er diese Möglichkeit an seine Patienten weitergeben kann“. Pflegebegleiterin Christa Zimmer betreut aktuell einen Angehörigen und weiß um die Dringlichkeit der Pflegebegleitung: „Das Verhalten von demenzkranken Personen nehmen die Angehörigen oftmals persönlich. Dies kann zu Konflikten führen, wenn man nicht weiß, wo dieses Verhalten herrührt“.

n Kontakt: Infotreff (06428/ 448887) oder bei Angela Schönemann (06421/ 690393).

von Yanik Schick

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